In der Fastenzeit „Blick vom Ich auf das Du richten“. Fasten bedeutet im Christentum gelebte Nächstenliebe und eine innere Reinigung.

Von Daniela Führer. Erstellt am 25. Februar 2020 (04:01)
Dechant Pater Georg Haumer aus der Pfarre Aschbach empfiehlt, in der Fastenzeit sich durch das Sakrament der Versöhnung neue Lebenskraft zu holen.
Hudler

Im NÖN-Interview mit Dechant Pater Georg Haumer (Pfarre Aschbach) erläutert dieser die Bedeutung der Fastenzeit für Christen und worauf diese zur Fastenzeit besonders achten sollten.

NÖN: Was ist eigentlich der religiöse Sinn des Fastens?
Pater Georg Haumer: Es geht darum, genauer hinzuschauen auf die Menschen. Auf Situationen und Dinge, die man sonst nur oberflächlich wahrnimmt. Die vielerorts verhüllten Altarbilder sind ein sichtbarer Ausdruck dafür. Der Sinn liegt darin, das Wesentliche in den Vordergrund zu stellen und somit Gott zum Angelpunkt des Lebens zu machen.

Was bedeutet die Fastenzeit für die Christen?
Pater Haumer: Die Fastenzeit bedeutet, den Blick vermehrt vom Ich auf das Du richten. Es geht um die innere Umkehr und Reinigung. Das Bewusstsein, dass Gott mich liebt und ich mein Fehlverhalten vor ihn hinlegen kann.

Worauf sollte man als Christ in dieser Zeit besonders achten?
Pater Haumer: Die Gemeinschaft mit den Mitchristen im Gottesdienst suchen und sich durch das Sakrament der Versöhnung neue Lebenskraft holen. Ratsam ist wohl, in dieser Zeit sich noch bewusster darauf zu konzentrieren, anderen Gutes zu tun, sich Zeit nehmen und einfach zuzuhören.

Gerät der religiöse Aspekt der Fastenzeit Ihres Empfindens nach eher zurück oder erlebt dieser womöglich sogar wieder eher einen Aufschwung?
Pater Haumer: Die klassischen Aspekte einer religiös geprägten Fastenzeit verändern sich einfach, auch wenn äußere Traditionen weitergeführt werden. Aber das Bedürfnis,sich in einer geprägten Zeit neu zu sammeln, inne zu halten und sich von quälenden Lebensumständen (Sünden) zu befreien,ist größer den je. Wenn beispielsweise die Beichte in ihrer herkömmlichen Form stark zurückgegangen ist, so steigt doch die Sehnsucht,in persönlichen Lebenssituationen angehört zu werden, sich alles von der Seele reden zu können und Worte der Vergebung und der Ermutigung zu hören. Und genau das will im letzten auch die Beichte, als wesentlicher Aspekt der christlichen Fastenzeit.

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