Innovation und Tradition auf der Moststraße

Schmackhafte, neue Produkte wurden von regionalen Produzenten im Stadthotel Gürtler präsentiert.

Erstellt am 16. Juli 2021 | 07:52

Gerade im Mostviertel gibt es viele kreative und einfallsreiche Köpfe. Mit Innovationsgeist und tollen Ideen verstehen sie es, immer wieder neue, köstliche Produkte auf den Markt zu bringen. Am Donnerstag der Vorwoche hat die Obfrau der Leader Region Moststraße, Michaela Hinterholzer, gemeinsam mit vier regionalen Produzenten im Stadthotel Gürtler in der Rathausstraße in Amstetten gleich eine ganze Reihe solcher Neuheiten präsentiert.

Erdäpfel als Ergänzung zu Hopfen und Malz

Die Vermarktung dieser Erzeugnisse braucht Kompetenz, außerdem sollten die Innovationen rasch identifiziert und erkannt werden. Wichtig ist ein Netzwerk zwischen den Produzenten und den Vermarkter, um ein Produkt so gut wie möglich an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen.

„Der Getreidereis kommt direkt vom Feld ins Packerl.“ Doris Farthofer von der Destillerie Farthofer

Das Erdäpfelbier von Michael Datzberger von den Bierkantern Winklarn ist nur ein Beispiel, wie man ein bereits bestehendes Produkt in neues, leckeres Gut umwandelt. Neben altbewährtem, wie Wasser, Hopfen, Hefe und Malz wird der Maische eine weitere Zutat, in diesem Fall die Kartoffel, hinzugefügt.

Durch die Aufspaltung der Stärke in den Erdäpfeln stehen der Maische weitere Zuckermoleküle zur Alkoholherstellung zur Verfügung. Trotz alledem schmeckt das Bier leicht und kohlensäurearm - das perfekte Getränk für laue Sommernächte. „Das Erdäpfelbier ‚Kaspar‘ haben wir anlässlich 400 Jahre Erdäpfelanbau im Stift Seitenstetten entwickelt“, verrät Datzberger. Ein weiteres innovatives Produkt stellt der GABA Getreidereis der Destillerie Farthofer aus Oehling dar.

Heimische Alternative zum Reis aus Asien

GABA, die Gamma-Amino-Buttersäure, ist ein wichtiger Neurotransmitter im zentralen Nervensystem. Das Korn für den Reis stammt nicht aus dem ursprünglich verwendeten Emmer, sondern aus Nackthafer. Durch die Keimung der Körner des Nackthafers und die damit verbundene Enzymaktivierung kann der Körper die vorhandenen Nährstoffe besser aufnehmen.

Somit stehen dem Körper mehr Magnesium, mehr Ballaststoffe und somit mehr Energie zur Verfügung. „Der Getreidereis kann für Porridge, Risotto, Reis-Gemüse-Laibchen oder einfach nur als Beilage verwendet werden. Wir brauchen den Reis nicht aus Asien importieren, sondern können den Getreidereis selber anbauen“, nennt Doris Farthofer die Vorzüge des Produktes.

Amstettner Kooperationsprojekt "NON Essige"

Auch die „NON Essige“ des Genuss-Bauernhofes Distelberger aus Amstetten durften bei dieser Präsentation nicht fehlen. Das spannende Kooperationsprojekt mit dem Maleninsky Hof in Enns überzeugt in vier Geschmacksrichtungen. „Neben den heimischen Produkten, aus Birne, Gurke und Rote Rübe haben wir zusätzlich auch noch Maracuja ins Sortiment aufgenommen, damit auch eine fruchtige Variante angeboten werden kann“, erwähnte Distelberger.

Durch die reduzierte Essigsäure und das Hinzufügen von den jeweiligen Fruchtsäften können „NON Essige“ unverdünnt, vor allem als Dressing zu Salat, aber auch als Zusatz zur aromatischen Verfeinerung von Speisen verwendet werden. Produkte wie die „NON Essige“ und das bereits vorhandene Oxymel, das aus Essig und Honig hergestellt wird, liegen aufgrund der immunmodulierenden Wirkung der Essigsäure zur Zeit voll im Trend.

Mostviertler Sojasauce "Kürbiskern Spice"

Die Würzsauce „Kürbiskern Spice“ vom Kürbishof Metz aus Stadt Haag ist die Mostviertler Antwort auf die Sojasauce und könnte diese durch ihren ausgezeichneten Geschmack in vielen Speisen ersetzen. Die Würzsauce entsteht aus dem eigenen Gut, dem BIO-Kürbiskernpresskuchen sowie dem BIO-Weizen der Familie Metz. Die Kürbiskerne werden zerkleinert, gedämpft und mit Edelpilzsporen verfeinert, um den fünfmonatigen Fermentationsprozess zu starten.

Fleisch, Tofu, Gemüse, Reis und Marinaden können so verfeinert werden. „Wir haben das Produkt in Kooperation mit einem jungen Paar entwickelt, das sich mit Fermentieren beschäftigt. Es ist bereits ein Renner“, freut sich Karin Metz über den Erfolg der Innovation.