Irrationale Geldbehebungen bei den Banken registriert. Die einschneidenden Maßnahmen bezüglich Covid-19 treffen einen Großteil der Betriebe und ihre Angestellten. Eine Bargeldhysterie lässt Menschen viel Bargeld abheben.

Von Otmar Gartler. Erstellt am 16. März 2020 (17:47)
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Das City Center in Amstetten kann durch den Branchenmix nach wie vor einen Teilbetrieb aufrecht erhalten.
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Seit vergangenen Freitag ist auch im Bereich der Wirtschaft nichts mehr so, wie es war. Die sicherlich notwendigen Maßnahmen der Bundesregierung treffen einen überwiegenden Teil der Wirtschaft und kaum ein Betrieb ist davon wirklich ausgenommen.

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Die Amstettner Umdasch Group ist nicht nur in Österreich sondern weltweit von der Pandemie betroffen. DieGesundheit der Mitarbeiter hat jetzt natürlich Vorrang.
Otmar Gartler

Eines der auch durch seine weltweiten Verflechtungen betroffenen Unternehmen ist die Umdasch Group, einer der größten Arbeitgeber der Region.

„Wir haben einen Krisenstab eingerichtet und andererseits auch eine Hotline für unsere Mitarbeiter. Stornierungen gibt es derzeit noch keine und wir können auch genug produzieren. Die weitere Entwicklung kann man noch nicht vorhersagen, aber wichtig ist, dass es den Mitarbeitern, die nicht nur in Österreich, sondern auch global verstreut und damit auch mit den dortigen regionalen Problemen konfrontiert sind, gut geht“, betont Konzernsprecherin Evi Roseneder. Dienstreisen seien grundsätzlich bis auf Weiteres zu unterlassen.

Österreichische Umdasch-Mitarbeiter, die sich aktuell auf Geschäftsreise im Ausland befinden, sollten einer Empfehlung des Außenministeriums folgend unverzüglich ihre Rückreise antreten.

Werksbesuche wurden weltweit untersagt

Besuche, die in keinem direkten Zusammenhang mit dem Geschäft stehen, wie etwa Werksführungen oder Exkursionen, werden bis auf Weiteres untersagt, ebenso wie alle Produktionsstätten des Konzerns weltweit für Besucher gesperrt wurden.

Natürlich seien auch alle sonstigen Sicherheits- und Hygienevorschriften einzuhalten. Stundenreduzierungen beziehungsweise die Nutzung von Home Office wären aufgrund verschiedener betriebsinterner Regelungen möglich.

Um die zu erwartenden Umsatz- und Einkommenseinbußen abzufedern und eine gestiegene Arbeitslosigkeit zu verhindern, wurden von Bund, Land Niederösterreich und Wirtschaftskammer ein umfassendes Unterstützungspaket für betroffene Betriebe zur Verfügung gestellt. Bezüglich näherer Bestimmungen verweist der Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer Amstetten, Andreas Geierlehner, auf deren Homepage www.wko.at. Aber auch die Banken wollen ihren Teil dazu beitragen.

„Wir lassen niemand im Regen stehen“

„Neben der offiziellen Unterstützung helfen wir wenn nötig in Einzelfällen. Wir lassen niemand im Regen stehen“, bekräftigt der Direktor der Raiffeisenbank Amstetten, Andreas Weber.

In den letzten Tagen sei aber aufgefallen, dass viele Leute in einer irrationalen Bargeldhysterie hohe Beträge abgehoben hätten. „Das ist unnötig, völlig übertrieben und gefährlich“, warnt Weber. Es sei jederzeit genug Bargeld vorhanden und auf der Bank auch sicherer.

Wie AMS-Geschäftsstellenleiter Harald Vetter betont, laufen beim Arbeitsmarktservice die Leitungen bereits heiß. „Der Andrang ist enorm. Sowohl von Firmen als auch Privatpersonen. Das betrifft vor allem jene Branchen, die nicht mehr geöffnet haben, aber auch viele, die ihre Tätigkeiten reduzieren.“