Jahresbilanz: Arbeiterkammer erstritt 4 Millionen Euro. Die Arbeiterkammer im Bezirk Amstetten sicherte ihren Mitgliedern im Bezirk 4,3 Millionen Euro. Unter anderem nach einem Schwächanfall gekündigter Lkw-Fahrer profitierte von Intervention.

Von Peter Führer. Erstellt am 25. Februar 2020 (10:49)
Bezirksstellenleiter Robert Schuster (links) und Kammerrat Josef Steinböck zogen Bilanz.
Führer

Im Jahr 2019 konnte die Arbeiterkammer im Bezirk Amstetten 4,3 Millionen Euro für ihre Mitglieder erstreiten. Das berichtete Bezirksstellenleiter Robert Schuster gemeinsam mit Kammerrat Josef Steinböck im Rahmen einer Pressekonferenz. „In der Gesamtsumme sind sowohl die Steuersparwochen als auch der Konsumentenschutz sowie Interventionen aufgrund von Problemen am Arbeitsplatz oder sozialrechtlicher Fragen enthalten“, erklärte Schuster.

Kündigung nach einem Schwächeanfall

Ein konkreter Fall davon handelte von einem Kraftfahrer aus dem Bezirk. Dieser erlitt während einer Fahrt einen Schwächeanfall, hatte daraufhin einen Unfall und wurde von seinem Dienstgeber gekündigt. „Es handelte sich aber um ein befristetes Dienstverhältnis. Daher war keine Kündigungsmöglichkeit während des Zeitraumes der Befristung vorgesehen. Es lag eine zeitwidrige Auflösung durch den Dienstgeber vor“, betont Schuster. Die Arbeiterkammer Amstetten intervenierte – und konnte dem Betroffenen 10.800 Euro auf Kündigungsentschädigung sichern. Man einigte sich außergerichtlich. Verärgert zeigte sich Schuster auch über den Umgang einer Bank im Bezirk mit einer Reinigungskraft. Diese ging nach 27-jähriger Tätigkeit in die Pension. Ihr stand eine Abfindung von 8.000 Euro zu. „Die Bank hat dann gesagt, sie zahlt drei der zwölf Anteile sofort und die weiteren neun in monatlichen Raten. „So etwas ärgert mich massiv. Man kann das rechtlich zwar machen, es ist aber eine Schikane“, so der AK-Bezirksstellenleiter.

Im Vorjahr bot die Arbeiterkammer übrigens insgesamt 10.500 Beratungen an. Das zeige, unterstreicht Schuster, wie wichtig man als regionale Anlaufstelle in allen Lebenslagen sei. „Ein herzliches Danke dafür an meine Mitarbeiter. Und es wird nicht einfacher. Dienstverträge, die früher zwei Seiten lang waren, haben jetzt oft 15 bis 20 Seiten und werden immer komplexer“, führt er weiters aus. Er fügte hinzu, dass man im Bezirk in drei Viertel aller Fälle nicht vor Gericht gehen müsse. Andernorts käme es weit öfter dazu. „Da ist die Gesprächsbasis in unserem Bezirk sicher besser als wo anders“, weiß Schuster.

NÖ: Arbeiterkammer 56 Millionen Euro gesichert

Niederösterreichweit sicherte die AK den Mitgliedern im Vorjahr alles in allem 56 Millionen Euro. „Es handelt sich um Geld, das den Betroffenen zusteht und das ihnen aus vielerlei Gründen vorenthalten wurde. Mit unserer Hilfe war es möglich, diese Summen für sie einzubringen“, berichtete Kammerrat Josef Steinböck. Ein großer Erfolg sei zudem die Pflegegeld-Beratung, die im vorigen Jahr deutlich ausgebaut wurde, gewesen. Diese Leistungen hätten knapp 300 Niederösterreicher in Anspruch genommen.

Erfreut zeigten sich die Vertreter der Arbeiterkammer besonders darüber, dass es mit Beginn des nächsten Jahres für die Arbeiter zu einer Verbesserung bei den Kündigungsfristen kommen wird. „Dann gelten für Arbeiter und Angestellte die gleichen Kündigungsfristen“, so Steinböck. Im Regelfall bedeutet das eine Kündigungsfrist von sechs Wochen, statt wie bisher 14 Tagen. Bereits Mitte 2018 sei außerdem mit der Angleichung bei der Entgeltfortzahlung eine langjährige Forderung umgesetzt worden. Diese gelte auch bei einvernehmlichen Auflösungen.