Karfreitag: Viel Unmut über Gesetz. In der Karfreitags-Debatte haben ÖVP und FPÖ am Dienstag angekündigt, den Feiertag ganz zu streichen. Stattdessen können sich Arbeitnehmer an einem "persönlichen Feiertag" Urlaub nehmen. Einen zusätzlichen Urlaubstag gibt es dafür aber nicht. Zuvor war eine Halbtags-Lösung angepeilt worden - NÖN.at hatte berichtet:

Von Peter Führer. Erstellt am 26. Februar 2019 (05:00)
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Dass der Karfreitag in Zukunft als halber Feiertag gelten soll, stößt bei Arbeitgebern auf Kritik. Die Regelung sieht vor, dass ab 14 Uhr die Arbeitnehmer frei haben. Für den Handel sollen die selben Regeln wie für den 8. Dezember gelten.

Die NÖN fragte bei mehreren Unternehmen nach ihren Einschätzungen. Viele größere Arbeitgeber wie Lisec, Wieland Amstetten, die Umdasch Group oder Engel und Handelsketten wie Rewe und Spar wollten oder konnten das geplante Gesetz nicht kommentieren. Bei denjenigen, die sich äußerten, fiel die Regelung allerdings glatt durch.

„Ich finde den Beschluss äußerst fragwürdig. Da tragen Politiker Entscheidungen auf dem Rücken der Unternehmer aus."Bäckermeister Christian Riesenhuber

Groß ist der Ärger etwa bei Bäckermeister Christian Riesenhuber. „Ich finde den Beschluss äußerst fragwürdig. Da tragen Politiker Entscheidungen auf dem Rücken der Unternehmer aus. Wenn die Regierung die Mehrkosten übernehmen würde, wäre das etwas anderes.“ Bereits in der jüngeren Vergangenheit habe es Entscheidungen gegen die Unternehmer gegeben. Riesenhuber verweist auf Nichtraucherregelung, Registrierkassenpflicht und Allergenverordnung. „Irgendwann stellt sich die Frage, was man uns noch zumuten kann. Da wünsche ich mir, dass auch die Unternehmer auf die Straße gehen und sagen, dass es so nicht weitergehen kann.“

Für Gottfried Steinecker von Steinecker Moden handelt es sich bei der Regelung um eine „typisch österreichische Lösung. Mutlos, konzeptlos, ein Schnellschuss und wenig bis gar nicht durchdacht“.

Da die Karwoche eine sehr starke Woche für den Handel sei, passe dieser halbe Feiertag überhaupt nicht dazu. Steinecker gibt zu bedenken, dass ein halber Urlaubstag im Kollektivvertrag nicht vorgesehen sei. „Freitag frei, Samstag dann wieder arbeiten? Es ist eine schlechte Regelung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.“ Eine Regelung wie am 8. Dezember bringe nur Kosten für den Handel, da die Stunden ab 14 Uhr mit 100 Prozent Zuschlag und 100 Prozent Freizeit abgegolten werden müssen. „Österreich hat mit 16 bezahlten Feiertagen und fünf Wochen Urlaub ohnehin schon EU-weit die Nase vorne. Man hätte ruhig einen anderen Feiertag ‚umwidmen‘ können.“ Das Groteske sei zudem, dass immer weniger Menschen die Religion praktizieren – aber bei solchen Themen „sind wir dann plötzlich wieder alle sehr gläubig“.

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