Kasser im Sommergespräch: Die Landwirtschaft im Wandel. Landtagsabgeordneter und Bauernbundobmann Anton Kasser sprach über aktuelle Themen in der Landwirtschaft sowie Ängste und Sorgen der Landwirte.

Von Heribert Hudler. Erstellt am 14. August 2018 (04:22)
Nach dem Sommergespräch in der Ölmühle in Neuhofen/Ybbs: Johann und Aleksandra Braunshofer, Landtagsabgeordneter Anton Kasser, Elisabeth Braunshofer und Thomas Scheibelberger.
Heribert Hudler

„Eine der ernstesten Folgen des Klimawandels wird höchstwahrscheinlich die Landwirtschaft bei uns und die Ernährung der Weltbevölkerung betreffen“, sagte Landtagsabgeordneter Anton Kasser im Rahmen seines Sommergespräches in der Ölmühle in Neuhofen/Ybbs.

Durch weniger Futtermittel auch kleinere Milchmengen?

Um rund 40 Prozent weniger Niederschlag habe es seit Februar gegeben, betont Kasser. Vier der vergangenen sechs Jahre seien weiters Trockenjahre gewesen. Diese alles sei an der Landwirtschaft nicht spurlos vorüber gegangen.

Kasser befürchtet, dass durch weniger Futtermittel auch die Milchmengen drastisch sinken werden. Der Handel sei gefordert, die Preise für landwirtschaftliche Produkte nicht in den Keller sinken zu lassen. Aber auch die Zweispaltung zwischen Bio und konventionellen Lebensmitteln einzelner Handelsriesen sei kein gutes Zeichen. Weiters macht die Anbindehaltung, die ja noch erlaubt ist, dem Abgeordneten zu schaffen: „Wir müssen auf das Tierwohl achten.“

Ein weiteres Thema war die GAP 2020 (Gemeinsame Agrarpolitik). Im ersten Entwurf vom Mai ist die Landwirtschaft mit einer deutlichen Kürzung konfrontiert. Für NÖ würde das pro Jahr einen Verlust von rund 25 Million Euro bedeuten. Da brauche es noch intensive Verhandlungen.

Herkunftsbezeichnung soll Gültigkeit haben

Der Landtagsabgeordnete fordert, dass die Herkunftsbezeichnung für alle Lebensmittel besonders in Großküchen und Kantinen kundgemacht wird. In der Gastronomie haben bereits viele Wirte erkannt, dass es die Gäste schätzen wenn sie wissen woher das Fleisch, die Eier und so weiter kommen. 350 Direktvermarkter sorgen im Bezirk für Lebensmittel, die direkt von den jeweiligen Produzenten kommen. Ein großes Lob zollt Kasser den Bäuerinnen: „Sie erhalten den ländlichen Raum lebendig und tragen dazu viel bei.“

Die Konsumenten von morgen sollen über wichtige Fragen der Ernährung und einer nachhaltigen Haushaltsführung Bescheid wissen“, darum wünscht sich Kasser mehr Bewusstseinsbildung der Konsumenten. „Die Landwirtschaft ist auch ein wichtiger Wirtschaftsmotor, von dem sehr viele Berufsgruppen profitieren“, betont der Abgeordnete und meint, dass dadurch viele Erwerbstätige in ihrem Beruf abgesichert sind.

Seit sieben Jahren ist der Bezirk auch Klima Modellregion. Im Bereich der erneuerbaren Energie brauche sich der Bezirk nicht verstecken. „Seit vielen Jahren bemühe ich mich mit den Gemeinden erfolgreich um dieses Thema. Euratsfeld und Neustadl sind jene Gemeinden die bereits über 70 Prozent der Haushalte mit Wärme aus Biomasse beheizt werden, das ist absolut Spitze. . Im Bezirk gibt es 3.550 Photvoltaikanlagentragen 59 Kleinwasserkraftwerke und ein großes Windrad in Ertl“, betont der Abgeordnete.

Stolz ist Kasser auch darauf, dass sich die E-Mobilität im Bezirk bestens entwickelt hat. Ein umfangreiches E-Tankstellen-Netz sorgt für das Aufladen sämtlicher E-Fahrzeuge und wird gut angenommen. Allerdings wird das Konsumieren von Strom von den E-Tankstellen in Zukunft nicht mehr kostenlos sein.