Kinderbetreuungs-Ausbau: Gemeinden brauchen Platz und Personal

Erstellt am 04. Oktober 2022 | 20:00
Lesezeit: 4 Min
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In Haidershofen wird der neue Kindergarten am Samstag eröffnet. Für Bürgermeister Manfred Schimpl eines der letzten Projekte seiner Tätigkeit als Ortschef.
Foto: Führer
Schon Zweijährige sollen künftig fix einen Platz bekommen – eine Herausforderung für viele Kommunen im Bezirk.
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Die Senkung des Kindergarten-Alters auf zwei Jahre, flächendeckende Nachmittagsbetreuung und ein kostenloses Vormittagsbetreuungsangebot schon für 0- bis Zweijährige: Das sind die wesentlichen Punkte der Kinderbetreuungsreform, die im November beschlossen und bis 2027 in Niederösterreich umgesetzt werden soll.

Auf die Gemeinden kommt dadurch eine Menge Arbeit zu: Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) rechnet damit, dass für die Erweiterung des Angebots niederösterreichweit 850 neue Gruppen in Kindergärten und Krippen benötigt werden.

„Die Gemeinden müssen sich jetzt mit vorhanden Räumlichkeiten, Ausbauplänen und zusätzlicher Personalbeschaffung beschäftigen. Gemeindeübergreifend werden wir hier wieder Pläne entwickeln und Lösungen finden“, ist Oed-Oehlings Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer, zuversichtlich. Die Gemeinde hat erst vor zwei Jahren viel Geld in die Sanierung des Kindergartens in Oed investiert. Aufgrund des Bevölkerungswachstums wurde nun außerdem ein Zubau mit einer weiteren Kindergartengruppe und einem Bewegungsraum errichtet. „Wir haben den Anbau in Massivbauweise ausgeführt, sodass wir ihn noch aufstocken können. Das war sicher die richtige Entscheidung“, sagt Hinterholzer mit Blick auf künftig steigenden Platzbedarf.

Die ÖVP-Politikerin weist aber auch darauf hin, dass es durch die Neuregelung mehr Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen sowie Betreuerinnen und Betreuer braucht. Da müsse das Land rasch eine Ausbildungsoffensive starten.

Schon eine achte Gruppe mitgeplant

In der Gemeinde Haidershofen wurde vor kurzem ein neuer dreigruppiger Kindergarten errichtet. Dieser wird am kommenden Samstag eröffnet. Für den Bau investierte die Gemeinde rund 1,6 Millionen Euro netto.

Für die Gemeinde Aschbach bedeutet die Neuregelung des Landes, dass der Kindergartenausbau höhere Priorität bekommt. Derzeit gibt es acht Gruppen, sechs im großen Kindergarten in Aschbach, eine in der Schule, eine in Krenstetten. „Wenn die Gruppengröße verkleinert wird, brauchen wir allein deswegen schon eine Gruppe mehr“, sagt Bürgermeister Martin Schlöglhofer. Ein möglicher Standort für neue Gruppen wäre bei der Schule. „Da hat es ja schon einmal einen Plan gegeben. Der Vorteil wäre, dass der kleine Turnsaal auch vom Kindergarten mitbenutzt werden könnte“, sagt der Ortschef. Es gäbe im Ort aber auch noch andere Optionen. Auch in Krenstetten werde man mittelfristig eine weitere Gruppe andenken müssen.

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