Klimaforscherin Lexer: „Umwelt geht uns alle an“. Die Energietrend Preise des gda 2020 wurden vergeben.

Von Otmar Gartler. Erstellt am 18. Oktober 2020 (05:25)

Coronabedingt fand erstmals die Umwelt- Experten-Tagung 2020 des Gemeinde Dienstleistungsverbandes Region Amstetten für Umweltschutz und Abgaben am 7. Oktober online statt. Die Veranstaltung wurde als Livestream aus dem Haus Mostviertel in Öhling über die Plattform YouTube übertragen. Die Tagung richtete sich gleichermaßen an „alte Hasen“ wie auch Newcomer in Sachen Umwelt- und Klimaschutz in den Gemeinden. Man erfuhr mehr über die Tätigkeiten und Services des Gemeinde Dienstleistungsverbandes (gda), erhielt aktuelle Informationen über Änderungen durch den EU Green Deal sowie weitere Projektschritte bei Abfalltrenn- und Vermeidungsprojekten. Außerdem wurden die Energiepreisträger 2020 vor den Vorhang geholt (siehe Infobox).

Besonderes Augenmerk wurde auf den Klimaschutz und die Klimawandel-Anpassung in den Gemeinden gelegt. Durch die Förderprojekte KEM & KLAR! entstünden vielfältige Möglichkeiten, auch in der jeweiligen Gemeinde sinnvolle und nachhaltige Projekte umzusetzen.

Ein besonderes Highlight dieser Veranstaltung war der Vortrag von Annemarie Lexer (36). Sie erklärte die Auswirkungen des Klimawandels in der Region Amstetten. Nach dem Studium der Meteorologie an der Universität Wien begann Lexer ihr jetziges Arbeitsverhältnis in der Abteilung für Klimaforschung an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. In den letzten Jahren hat sie in einigen Forschungsprojekten mit Schwerpunkt auf atmosphärische Zirkulationstypen in Verbindung mit Extremniederschlag mitgewirkt, aber auch in Projekten, die sich mit der Erstellung, Aufbereitung und Präsentation von Klimawandelinformation beschäftigen. „Die Menschen sollten über ihr Konsumverhalten nachdenken und ob sie bereit sind, ihr Leben im Kampf gegen den Klimawandel zu ändern“ war der aufrüttelnde Appell der Klimaforscherin.

„Mensch sollte über Konsum nachdenken“

Der Klimawandel sei ein globales, also weltweites Phänomen, der sich zwar regional unterschiedlich auswirkt, uns aber alle, auch im Mostviertel, betrifft. Was wir derzeit spüren würden, ist vor allem die globale Erwärmung, also eine weltweite Erhöhung der mittleren Lufttemperatur. Untersuchungen von Daten der letzten 100 Jahre zeigten eine Erwärmung der bodennahen Atmosphäre um +1 °C weltweit und um +2 °C in Österreich. Eine Zunahme der Hitzetage und das vermehrte Auftreten von Tropennächten in den letzten 30 Jahren und damit auch Trockenperioden sei deutlich erkennbar. Zusätzlich würden die Unwetter auch in unserer Region intensiver und lokaler.