Landflucht betrifft Bezirk Amstetten kaum. Bezirk ist in den letzten zehn Jahren gewachsen. Trends zur Abwanderung, Entwicklungen, Meinungen und Maßnahmen der Bürgermeister.

Von Stephanie Turner. Erstellt am 09. Mai 2017 (03:15)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Der Bauabschnitt I für die Miet-Kaufwohnungen kommt in die Endphase. Für Juli ist die Übergabe der Wohnungen im Haus 1 und für Oktober im Haus 2 geplant.
NOEN

Laut aktuellen Statistiken leiden immer mehr Gemeinden an Landflucht. Darunter versteht man die Abwanderung eines großen Teils der Bevölkerung aus den ländlichen Gebieten in die Städte. Gründe dafür sind oft bessere Arbeits- und Lebensbedingungen außerhalb der Heimatgemeinden.

Der Bezirk als Ganzes ist von diesem Phänomen bisher noch nicht so stark betroffen wie andere Teile Österreichs – eher im Gegenteil. Mit Stand 1. Jänner 2016 leben hier 114.617 Personen. Die Bevölkerungszahl ist somit in den letzten zehn Jahren um 3,23 Prozent gestiegen.

Ertl: Rückgang von 3,6 Prozent seit 2007

Wirft man einen Blick auf die einzelnen Gemeinden, lässt sich aber erkennen, dass durchaus manche Kommune mit der Landflucht zu kämpfen hat. So ist etwa in Ertl bei einem Einwohnerstand von 1.258 Personen (Stand 1. Jänner 2016) über die letzten zehn Jahre ein Bevölkerungsrückgang von 3,60 Prozent zu verzeichnen. Grund dafür ist laut Bürgermeister Josef Forster, dass es „bei uns längere Zeit einen Mangel an Wohnungen gegeben hat und gerade junge Menschen weggezogen sind“.

Die Gemeinde bemüht sich sehr, dem entgegenzuwirken und neue Baugründe zu erschließen, was ob der Tallage des Ortes nicht einfach ist. Derzeit sind aber neue Wohnblöcke mit dem Fokus auf Junges Wohnen in Bau.

Der Großteil der Kommunen im Bezirk ist über die letzten zehn Jahre bevölkerungsmäßig stetig gewachsen. Die Gemeinde Winklarn hat bei einem Einwohnerstand von 1.593 Personen (1. Jänner 2016) seit 2006 8,29 Prozent Wachstum zu verzeichnen.

„Winklarn hat über die letzten 30 Jahre hinweg viel Zuzug gehabt. Um dem gerecht zu werden, haben wir für ausreichend Bauland gesorgt. Durch den Sonnenpark ist gerade in den letzten Jahren das Wachstum der Gemeinde noch forciert worden. Die ersten Wohnhäuser wurden 2016 übergeben, das erste Doppelhaus ist bereits fertig und beide Haushälften sind bereits verkauft. Es werden aber noch weitere Häuser gebaut“, erklärt Bürgermeister Gernot Lechner.

Von Landflucht ist Winklarn nicht betroffen, wie der Ortschef erklärt. „Wir sind ja zu drei Viertel von Amstetten umgeben, deshalb kann man Winklarn gar nicht als typische ländliche Gemeinde bezeichnen.“

Ein bevölkerungsmäßiges Kuriosum trat in Winklarn übrigens im Jahr 2015 auf. Da gab es bei 13 Geburten genauso viele Sterbefälle. 86 Personen zogen zu und genauso viele weg. Daher entsprach der Bevölkerungsstand am 1. Jänner 2016 exakt jenem am 1. Jänner 2015.

Großteil der Gemeinden ist stetig gewachsen

Amstetten hat als Bezirkshauptstadt mit 23.513 Personen (Stand 1. Jänner 2016) die meisten Einwohner. Das Wachstum hält sich mit 2,12 Prozent in den letzten zehn Jahren jedoch in Grenzen.

Bürgermeisterin Ursula Puchebner begründet das so: „Amstetten ist bei der Zurverfügungstellung von Baugrund eingeschränkt. Das ist auch der Grund dafür, warum Menschen sich eher in den umliegenden Gemeinden, also sozusagen im Speckgürtel um Amstetten ansiedeln, aber doch die Infrastruktur der Stadt nutzen und auch hier arbeiten. Wir wollen natürlich auch künftig Wohnraum schaffen und die Infrastruktur verbessern.“

Laut neuem Entwicklungskonzept soll die Stadt bis zum Jahr 2030 bis zu 30.000 Einwohner haben. Die größten Siedlungsreserven hat die Stadt im Osten: Zwischen der B1 und der Blindenmarkter Straße gibt es ein Bebauungspotenzial für bis zu 3.000 Einwohner.

Sieht man sich den Bevölkerungsstand vom 1. Jänner 2017 an, gibt es für die Gemeinden Ennsdorf und Wolfsbach Erfreuliches: Beide Gemeinden haben eine Tausendergrenze bei den Einwohnerzahlen überschritten. So hat Wolfsbach aktuell 2.005 und Ennsdorf 3.044 Einwohner.

Umfrage beendet

  • Ist das Leben am Land noch attraktiv genug?