Lebensmittelhandel: Osterhase schwört auf Qualität. Produzenten versichern: Alle gefärbten Eier kommen aus dem Inland und sind von bester Qualität.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 27. März 2018 (03:15)
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Franz Kirchweger und Andreas Pum versichern: Ostereier sind aus Österreich und von bester Qualität.

Ostern ist für die heimischen Eiererzeuger der Höhepunkt des Produktionsjahres: Etwa 70 Millionen Eier werden rund um die Feiertage verspeist. Das ist etwa ein Zehntel des Jahresverbrauchs.

„Wer im Lebensmittelhandel Ostereier kauft, kann sich sicher sein, dass sie aus Österreich stammen, denn es werden ausschließlich heimische Eier gefärbt“, berichtet der Obmann der österreichischen Frischeier-Erzeugergemeinschaft, Franz Kirchweger aus Aschbach.

Kennzeichnungspflicht wird gefordert

Verwendet werden zu Ostern übrigens vor allem Eier von jungen Legehühnern, weil sie von mittlere Größe sind und eine stabile Schale haben – ideal für die Färbemaschinen.

Laut Kirchweger muss man sich auch keine Sorgen machen, wenn nicht alle Ostereier an den Feiertagen gegessen werden. „Denn im Kühlschrank halten sie sich zwischen vier und sechs Wochen.“

Das Ostereiersuchen ist in Österreich nach wie vor ein beliebter Brauch. Es gibt allerdings auch eine Art des „Eierversteckens“, die den Produzenten wenig Freude bereitet.

„Nach wie vor werden die Konsumenten nicht darüber informiert, woher die Eier in Teigwaren, Mehlspeisen und Fertigprodukten stammen. Auch in Gasthäusern, Kantinen, Werksküchen und der Systemgastronomie erfährt man das als Kunde nicht. Wir fordern auch für diese Bereiche eine Kennzeichnungspflicht“, sagt Kirchweger.

Der Eiererzeuger weist darauf hin, dass die heimischen Landwirte mit großem finanziellen Einsatz ihre Betriebe auf artgerechte Tierhaltung, gentechnikfreie Fütterung sowie Qualitätssicherung umgestellt hätten. Daher sei es auch nur recht und billig, dass man nun auf die Verwendung heimischer Eier poche.

„Fast alle Eiererzeuger sind AMA-Gütesiegel-Betriebe und beim Tiergesundheitsdienst dabei. 12 Prozent produzieren in Biohaltung, 22 Prozent in Freilandhaltung und der Rest in Bodenhaltung. Der Konsument bekommt also beste heimische Qualität“, betont Kirchweger.

Bestbieterprinzip bei Ausschreibungen

Wie genau sich die heimischen Betriebe an die gesetzlichen Vorgaben halten, beweist für Kirchweger auch die Tatsache, dass beim Fipronil-Skandal im Vorjahr bei keinem einzigen österreichischen Ei Rückstände des Insektizids gefunden worden seien.

Der Obmann der Eiererzeuger hält strenge Regelungen für die Produzenten für legitim, allerdings müsse der Gesetzgeber dann auch Chancengleichheit herstellen. „Wir fordern daher, dass bei Ausschreibungen für Krankenhäuser, Pflegeheime und beim Bundesheer nach dem Bestbieterprinzip vorgegangen wird, damit regionale Qualität den Vorzug bekommt.“

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Franz Kirchweger und Andreas Pum versichern: Ostereier sind aus Österreich und von bester Qualität.

In Niederösterreich ist das schon so und es scheint, dass die Regelung bald in ganz Österreich gelten wird. Beim vorwöchigen Ministerrat hat Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger nämlich eine Novelle des Bundesvergabegesetzes auf den Weg gebracht, mit der in Großküchen und Kantinen die Qualität der Lebensmittel in der Beschaffung eine wesentlich größere Rolle spielen wird, als bisher.

Nicht mehr der billigste Preis, sondern auch die beste Qualität soll demnach den Ausschlag bei der Auftragsvergabe geben. Darüber freut sich auch Bezirksbauernbundobmann Andreas Pum. „Denn das bedeutet, dass man nun auch regionale Produktion und kurze Wege bei Ausschreibungen als Kriterien fordern kann.“

Pum wünscht sich, dass auch mehr Wirte freiwillig kennzeichnen, woher die von ihnen verarbeiteten Produkte kommen. Das Gasthaus Berndl in Krenstetten und das Hotel zur Post der Familie Rogl in St. Valentin tun das schon und bekommen von den Gästen positive Rückmeldungen.

„Aufgabe von uns Bauern wird es sein, den Wirten eine entsprechende Logistik zur Verfügung zu stellen, damit sie auf einfachem Weg zu den gewünschten Produkten kommen“, sagt Pum. Es gäbe da ja schon regionale Internet-Plattformen, die man als Vorbild nehmen könne. Auch Pum fordert zudem eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel. „Die Konsumenten haben ein Recht darauf, zu erfahren woher zum Beispiel die Eier kommen, die dabei verarbeitet wurden.“

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