Lockdown für Buchfachhändler „eine Katastrophe“. Bezirk Amstetten: Buch- und Sportfachhändler fürchten, dass Umsatzverluste nach dem 6. Dezember nicht mehr aufzuholen sein werden.

Von Hermann Knapp und Ingrid Vogl. Erstellt am 18. November 2020 (04:08)
Für Roman Winninger ist der Lockdown ein „Worst-Case-Szenario“.
Intersport

„Der Lockdown ist für uns natürlich eine Katastrophe. Die ganze Weihnachtsware steht still. Die Adventkalender kann ich am 7. Dezember nicht mehr verkaufen und auch mit sonstiger Nonbook-Ware, wie Weihnachtsbillets, Geschenkartikeln etc., wird das schwierig“, sagt Katja Stöckl von der Buchhandlung Stöckl in Amstetten. Sie hofft aber, dass ihr die Kunden auch in den kommenden Wochen die Treue halten und im Onlineshop bestellen. „Wir haben da vier Millionen lieferbare Artikel, die innerhalb von 48 Stunden bei uns im Haus sind. Wir schicken sie dann unseren Kunden weiter. Ab einem Bestellwert von 49 Euro ist der Versand gratis.“

In Amstetten können sich Kunden bestellte Ware auch bei Tee Schnabel abholen. „Im besten Fall kaufen sie dann auch gleich Tee ein. Wir helfen da einfach zusammen“, sagt Stöckl. In Amstetten und Haag wird sie Bestellungen auch ausliefern. „Wir werden, wie schon im März, unser Bestes tun, um unseren Kunden ihre Wünsche zu erfüllen. Und am 7. Dezember starten wir mit rauchenden Sohlen durch ins Weihnachtsgeschäft.“ Telefonisch ist Stöckl tagsüber natürlich immer erreichbar. 07472 65758.

„Wir bleiben auf der Ware sitzen“

Ein harter Schlag ist der Lockdown auch für den Sportfachhandel. „Die erste Dezemberwoche ist eine der stärksten, wenn nicht überhaupt die stärkste Woche im ganzen Jahr. Der Lockdown ist für uns ein Worst- Case-Szenario“, erklärt Roman Winninger, Geschäftsführer von Intersport Winninger in Amstetten. Man falle dadurch auch um den Black Friday um, an dem man mit besonderen Aktionen gegen die Online-Giganten punkten wollte.

„Der Dezember und im Sportfachhandel auch der Jänner entscheiden über das Geschäftsjahr. Was man da verliert, ist nicht mehr gutzumachen“, schildert Winninger den Ernst der Lage. Bereits in den letzten Wochen seien durch den Zwangsstopp der Fußballmeisterschaft die Umsätze im Teamsport-Bereich zurückgegangen. Aufgrund des ebenfalls gestoppten Skibetriebs auf den Gletschern war auch der Skiumsatz im November sehr schwach. „Der Fitness- und Runningbereich hat viel kompensiert“, schildert Winninger.

Ohne Unterstützung vom Staat wäre die Situation für die Branche „eine Katastrophe“. „Aber auch wenn wir Ausgleichszahlungen kriegen, bleiben wir auf unserer Ware sitzen. Bei uns ist alles saisonale Ware. Alles, was wir heuer nicht verkaufen, ist schon im Jänner alt.“ Winninger hofft nun, dass es dabei bleibt, dass die Geschäfte am 7. Dezember wieder öffnen dürfen. Bis dahin legt er den Kunden den Intersport-Online-Shop ans Herz. Dass damit nicht das große Geschäft zu machen ist, hat sich aber beim ersten Lockdown im Frühjahr herausgestellt. „Online machen wir nicht einmal zehn Prozent vom normalen Umsatz“, stellt er klar.


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