Lockdown und Maskenpflicht: „Der Schritt ist notwendig“

Lockdown soll Situation in Spitälern verbessern. Offene Fragen gibt es bei der Impfpflicht.

Erstellt am 24. November 2021 | 02:51

Seit Montag gilt der allgemeine Lockdown. Zudem kündigte die Bundesregierung eine Impfpflicht ab Februar an. Hier werden in den kommenden Monaten die Details ausgearbeitet. Dass der Lockdown unausweichlich war, davon ist SPÖ-Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig überzeugt: „Die belastende Situation in den Intensivstationen macht diesen Schritt leider notwendig. Dabei geht es weniger um die Betten, als um die Mitarbeiter, die Höchstleistungen erbringen. Eine Entlastung funktioniert nicht, wenn man nicht die Kontakte reduziert.“

Man könne aber freilich darüber diskutieren, ob der Lockdown durch rechtzeitiges Reagieren nicht hätte verhindert werden können. Die Stimmung in der Bevölkerung sei aufgrund der Entwicklungen natürlich nicht besonders positiv. „Daher meine Bitte und mein Appell, dass man sich an die Maßnahmen hält. So können wir einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Situation beruhigt.“

„Impfung ist der Weg aus der Pandemie“

Auch die angekündigte Impfpflicht sorgt für Diskussionen. Königsberger-Ludwig betont, dass sie nicht generell für eine Impfpflicht sei. Bei keiner Impfung, da diese Entscheidung ja auch immer den eigenen Körper betreffe. „Es ist aber wichtig, die Menschen zu überzeugen, dass die Impfung der Weg aus der Pandemie und das wirksame Mittel ist, die Menschen vor einer schweren Erkrankung zu schützen. Zur Impfpflicht wird man auch noch diskutieren müssen, wie lange diese gilt und auch, ab welchem Alter sie verpflichtend sein soll. Da geht es auch um eine Risikoabwägung, insbesondere bei Kindern“, führt die SPÖ-Politikerin aus. Zudem seien auch arbeitsrechtliche Fragen zu klären.

FPÖ-Bezirksparteiobfrau Edith Mühlberghuber war vom erneut verhängten Lockdown nicht überrascht, allerdings wäre er ihrer Meinung nach vermeidbar gewesen. „Hätte die Regierung ihre Aufgabe erfüllt und über den Sommer ordentlich gearbeitet, dann wäre er nicht notwendig gewesen“, ist sie überzeugt. „Man hat ja gewusst, dass Corona mit der Jahreszeit zusammenhängt. Die Vorbereitung auf den Herbst war so viel wie null“, kritisiert die Haidershofnerin.

Auch von der Impfpflicht hält sie nicht viel. „Corona wird immer da sein. Es ist gekommen, um zu bleiben. Ich glaube, dass man es nicht ausrotten kann und man wird es auch mit der Pflichtimpfung nicht wegbekommen.“ Schließlich können sich ja Geimpfte trotzdem infizieren und das Virus weiterverbreiten. Viel wichtiger wäre es, so Mühlberghuber, jedem, der es möchte, einen Antikörpertest zu ermöglichen. „Ich bin selbst eine Genesene und ich lasse alle drei Monate meine Antikörper bestimmen. Beim letzten Test Mitte Oktober hatte ich so viele Antikörper wie ein Geimpfter, obwohl ich vor fast einem Jahr Corona hatte“, erklärt die Nationalratsabgeordnete. Dass die Menschen gegen Lockdown und Impfpflicht demonstrieren, kann Mühlberghuber verstehen. „Die Leute haben die Schnauze voll, weil sie von der Politik von Anfang an angelogen wurden. Da verstehe ich, dass sie auf die Straße gehen.“

„Unerfreulich aber auch unausweichlich“

Für Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer ist sowohl der Lockdown als auch die Impfpflicht höchst unerfreulich, aber unausweichlich. „Man musste jetzt auf die Hilferufe aus den Spitälern hören, sonst fährt man das System an die Wand.“ Den Handel, der um das Weihnachtsgeschäft gebracht werde, treffe das natürlich sehr hart - und auch die Wirte. „Aber es waren jetzt ohnehin schon so wenige Leute in den Lokalen, weil sie eine Ansteckung fürchteten, dass der Umsatzersatz für die Gastronomie sicher die vernünftigere Lösung ist“, betont die ÖVP-Politikerin.

Sowohl Lockdown als auch Impfpflicht sind aus ihrer Sicht extreme Maßnahmen, was die Freiheitsrechte der Bürger anbelange. „Und ich weiß, dass sie unheimlich polarisieren. Aber ohne Impfpflicht werden wir eine fünfte und sechste Welle haben. Wir müssen das Virus bekämpfen, sonst werden wir immer nur ein paar Monate im Sommer ein halbwegs normales Leben wie früher haben.“