Nahversorgung hat Zukunft:„Online findet man das nicht“. Claudia Roseneder (38) über die Vorteile, die ein Nahversorger mit sich bringen kann.

Von Peter Führer. Erstellt am 26. November 2019 (05:00)
Thomas Affengruber bei seinem (täglichen) Einkauf ím Kaufhaus von Claudia Roseneder. Dort kauft er Zeitungen und Lebensmittel oder gibt seinen Lottoschein ab.
Peter Führer

Internethandel und zumeist größere Geschäfte in der näheren Umgebung: Nahversorger haben mit viel Konkurrenz zu kämpfen. Eine Möglichkeit, trotzdem erfolgreich wirtschaften zu können und Besucher in das Geschäft zu locken, ist das Anbieten von zusätzlichem Service. Beim Kaufhaus Roseneder in Ferschnitz gibt es zum Beispiel weit mehr als nur Lebensmittel.

„Wir haben zudem einen Getränkehandel, Leihinventar und produzieren selbst Fleischknödel. Man kann bei uns außerdem Geschenke und Gutscheinkarten, paysafe-Karten und vieles mehr kaufen. Viele wissen auch nicht, dass man bei uns Bücher bestellen kann. Ich schaue dann im System nach und wenn das Buch verfügbar ist, kann man es zwei Tage nach der Bestellung im Geschäft abholen“, verrät Claudia Roseneder.

Sie betreibt den Nahversorger, den es seit 1997 gibt, seit dem Jahr 2015 und beschäftigt fünf Mitarbeiter. Eine Lottoannahmesstelle und eine Trafik runden das Angebot weiter ab. „Man muss ganz einfach mehr bieten als nur Lebensmittel. Sonst ginge es nicht mehr. Die Zusatzangebote und der Zusatzservice sind ein Frequenzbringer, der weitere potenzielle Kunden in das Geschäft bringt“, weiß die 38-Jährige.

Die Kaffeeecke als wichtiger Treffpunkt

Besonderes Highlight und Schauplatz vieler unterhaltsamer Gespräche ist die Kaffeeecke. Die gibt es seit 2014 und entstand im Zuge der Erneuerung der Kühlanlagen. „Es gibt fixe Kaffeerunden, etwa jeden Mittwoch. Es kommen außerdem Kunden hierher zum Frühstücken“, berichtet die Ferschnitzerin.

Trotz aller Zusatzangebote sieht man sich bei einem Nahversorger mit viel Konkurrenz konfrontiert, sei es durch den Online-Handel oder größere Geschäfte. „Es ist, glaube ich, in keiner Branche einfach. Ich bin allerdings froh, dass ich das Unternehmen so führen kann. Einen riesengroßen Druck von außen habe ich nicht“, schildert Claudia Roseneder.

„Man muss ganz einfach mehr bieten als nur Lebensmittel. Sonst ginge es nicht mehr.“Geschäftsbetreiberin Claudia Roseneder

Viele Menschen nutzen ihren Laden nicht nur zum Einkaufen, sondern auch für viele Gespräche. Gerade das wäre es, was einen Nahversorger im Vergleich zu größeren Geschäften und zum Online-Handel ausmacht. „Das Internet wird das Persönliche eben nie ersetzen können. Das findet man online nicht“, weiß Roseneder. Zum Einkaufen kommen viele Ferschnitzer, aber auch Kunden von außerhalb des Gemeindegebietes. „Wir haben sehr viele Stammkunden“, sagt Claudia Roseneder.

Einer davon ist Thomas Affengruber. Er schätzt vor allem die familiäre Atmosphäre beim Einkaufen und kauft mehr oder weniger täglich beim Kaufhaus Roseneder ein. „Ich komme unter anderem wegen der Zeitung her, wegen dem Lottoschein und manchmal auch wegen einer Jause. Das Geschäft ist übersichtlicher als größere Märkte. Das ist natürlich ein großer Vorteil. Auch mit dem Personal kann man sich super unterhalten. Ich kaufe beim ‚Roseneder‘ schon seit zwanzig Jahren und bin quasi mit dem Geschäft mit aufgewachsen“, zählt Affengruber die typischen Vorzüge eines Nahversorgers auf.

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