Nationalratswahl: ÖVP erstellt ihre Listen. Kandidatensuche läuft. Für die Nationalratswahl gilt das Reißverschlusssystem. Bezirk unterstützt natürlich Andreas Hanger.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 07. Juni 2017 (05:14)
„Volles Programm für Niederösterreich“: Andreas Hanger, Michaela Hinterholzer und Anton Kasser.
Heribert Hudler

Die Volkspartei rüstet sich für die kommenden Urnengänge. Am 19. Juni wird es eine Sitzung der Wahlkreisleitung geben. Der designierte Bundesparteiobmann Sebastian Kurz hat der Partei für die Listenerstellung ja ein Reißverschlusssystem verordnet. Das heißt, dass auf der Liste im Wahlkreis 3c (Bezirke Amstetten, Melk und Scheibbs) zwischen den beiden etablierten Kandidaten Georg Strasser und Andreas Hanger eine Frau rangieren muss.

„Volles Programm für NÖ“: Man will sich breiter aufstellen

„Ihre Chancen, in den Nationalrat einzuziehen, sind aber natürlich nicht groß, weil wir ja auch ein Vorzugsstimmenmodell haben. Der Bezirk Amstetten wird auf jeden Fall Andreas Hanger unterstützen“, kündigt Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer an.

Hanger selbst schwört die ÖVP im Bezirk auf Sebastian Kurz ein. „Wir stehen voll und ganz hinter ihm und begrüßen auch die Öffnung der Partei.“

Für die Landtagswahl wird es bei der Kandidatenreihung kein Reißverschlusssystem geben. „Wir wollen auf der Liste aber trotzdem ebenso viele Frauen wie Männer haben“, erklärt Hinterholzer.

Im Bezirk laufen schon seit Längerem die Vorbereitungen für die Landtagswahl, die ja ursprünglich vor der Nationalratswahl stattfinden sollte. Unter dem Motto „Volles Programm für Niederösterreich“ will sich die ÖVP breiter aufstellen. „Es ist, wie Sebastian Kurz richtig sagt, Zeit und Raum für neue Köpfe, auch ohne Parteimitgliedschaft“, erklärt VP-Bezirksobmann Andreas Hanger.

Kasser: „Die Bürger haben ein sehr feines Gespür“

Am 20. Juni startet die ÖVP im Schloss Hotel Zeillern daher einen offenen Programmfindungsprozess, bei dem die Bevölkerung eingeladen ist, „mitzudenken, mitzureden und mitzumachen“. Die Themen sind vielfältig und reichen von Wirtschaft, Familie und Soziales bis hin zu Umwelt und Energie.

„Die Bürger haben ein sehr feines Gespür für das, was unser Land braucht. Sie sollen es daher sein, die unser Programm schreiben“, sagt Landtagsabgeordneter Anton Kasser. Wie Sebastian Kurz im Bund, will man auch im Land einen neuen politischen Stil pflegen.

„Denn die Leute haben Streitereien satt. Im Bezirk arbeiten wir parteiübergreifend ohnehin sehr gut zusammen. Im Land hat aber vor allem die FPÖ Handlungsbedarf. Worte wie Blutschande gehören nicht in eine sachliche Diskussion über die Zukunft Niederösterreichs. Auch die SPÖ muss damit aufhören, das Land schlechtzureden“, so Kasser.