Neues Jugendgesetz: „Machen uns keine Sorgen“. Ab 1. Jänner 2019 gelten neue Gesetz für Jugendliche. Die NÖN hat einige Stimmen aus dem Bezirk dazu eingeholt.

Von Stephanie Turner. Erstellt am 03. Januar 2019 (06:04)
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Symbolbild

Mit dem neuen Jahr kommen auch einige Änderungen für das Jugendgesetz. Betroffen sind die Bereiche Alkoholkonsum, Ausgehzeiten und das Rauchverbot (siehe Infobox).

Von Wirtevertreterin Melitta Ott werden die Änderungen grundsätzlich begrüßt, sie sieht in der Umsetzung allerdings einige Schwierigkeiten: „Es wird natürlich darauf geschaut, dass die Gesetze eingehalten werden und es werden auch Ausweise kontrolliert, nur ist es trotzdem schwer abzuschätzen, wie alt jemand wirklich ist. Ausweise zu fälschen, ist heute keine Kunst mehr.“

Neues Gesetz bringt auch Schwierigkeiten

Ein weiteres Problem sei laut Ott, dass viele Jugendliche zuhause „vorglühen“ – also an privaten Orten Alkohol konsumieren und zu späterer Stunde Lokale bzw. Veranstaltungen besuchen. Dadurch gehen den Lokalbetreibern Einnahmen verloren und es würde zu einem unkontrollierten Fortgehen kommen. „Die Gastronomen werden die Gesetze jedenfalls einhalten, deshalb appelliere ich auch an alle anderen Veranstalter, sich an diese zu halten“, erklärt die Wirtevertreterin abschließend.

Was sich laut Bezirkspolizeikommandant-Stellvertreter Andreas Kronsteiner trotz des neuen Gesetzes nicht ändern wird, sind die regelmäßigen Jugendschutzkontrollen in den Lokalen durch die Polizei. Diese werden monatlich durchgeführt, die Ergebnisse landen anschließend bei der Bezirkshauptmannschaft Amstetten: „Aktuell werden die Jugendschutzgesetze im Bezirk Amstetten gut eingehalten, sowohl von den Unternehmen als auch von den Jugendlichen. Mit der Einhaltung der Gesetze kann somit auch auf eine gewisse Akzeptanz der Regelungen geschlossen werden“, sagt Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer und fügt hinzu, dass sich die Akzeptanz und Einhaltung des neuen Jugendgesetzes noch zeigen werden.

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Rauchpause. Die Zigarette ist Jugendlichen unter 18 Jahren ab dem kommenden Jahr verboten.

Betroffen sind von dem neuen Gesetz auch die Freiwilligen Feuerwehren als Veranstalter der Feuerwehrfeste. „Für uns kann diese Regelung nur in Ordnung sein“, findet Bezirksfeuerwhrkommandant Rudolf Katzengruber, „Was die Feste betrifft, merken wir, dass die Jugendlichen mittlerweile sehr diszipliniert sind. Das ist über die Jahre hinweg viel besser geworden.“

Bei der Landjugend, die sowohl als Veranstalter als auch durch das Alter der Mitglieder besonders betroffen ist, wird künftig mit verschieden gefärbten Eintrittsbändern bei den Veranstaltungen gearbeitet werden, um so auf die unterschiedlichen Altersgruppen aufmerksam zu machen. „Wichtig ist, dass sich die Leute ihrer Eigenverantwortung bewusst sind. Ob die Änderungen sinnvoll sind oder nicht, wird sich erst im Laufe des Jahres zeigen. Was den Getränkeumsatz bei den Veranstaltungen betrifft, machen wir uns jedenfalls keine Sorgen“, erzählt Edwin Ebner, Leiter der Landjugend Bezirk Amstetten.

In Oberösterreich werden sich die Ausgehzeiten mit dem Jahreswechsel nicht ändern, somit dürfen alle Unter-16-Jährigen auf niederösterreichischer Seite eine Stunde länger ausgehen als auf der oberösterreichischen. Dadurch kommt es laut Bürgermeister Daniel Lachmayr in Grenzgemeinden, wie Ennsdorf, zu Problemen: „Es ist schade, dass bei den Ausgehzeiten keine einheitliche Lösung gefunden werden konnte. Denn so kommt es zu rechtlichen Grauzonen, wenn zum Beispiel oberösterreichische Jugendliche eine Veranstaltung in Ennsdorf besuchen, wo sie länger bleiben dürfen.“

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