Nikolaus: Mit Stab, Sackerl und Abstand. Der Nikolaus muss heuer leider oft draußen bleiben. Manche „Brave“ bekommen ihn gar nicht zuhause zu sehen.

Von Peter Führer und Sabine Hummer. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:10)
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„Glöckchen klingt von Haus zu Haus, heute kommt der Nikolaus. Kommt durch Schnee, kommt durch Wind, kommt zu jedem braven Kind“. Aber kommt er heuer wirklich, der beliebte Geschenkebringer? Die liebgewonnene Tradition wankt und fällt aufgrund der unsicheren Coronasituation in manchen Gemeinden sogar komplett ins Wasser. Oder sie sieht zumindest deutlich anders aus.

Etwa in Zeillern gibt es heuer leider keine Hausbesuche. „Wir haben überlegt, aber uns für eine Absage entschieden. Alle, die bei der Aktion dabei sind und persönlich oder im familiären Umfeld mit der Krankheit in Kontakt gekommen sind, haben sich für eine Absage ausgesprochen. Das Risiko wollen wir für die Kinder und Eltern nicht eingehen“, erklärt Pastoralassistent Michael Kammerhuber.

Gezeichnete Geschenke für den Nikolaus

„Da der Nikolaus heuer nicht in der Kirche feiern darf, freut er sich, wenn ihr ihm Zeichnungen, Gedichte oder Basteleien macht“, lud das Liturgie-Team in St. Peter via Whatsapp-Rundschreiben alle Kinder ein. Ihre Zeichnungen dürfen die Kinder am Samstag, 5. Dezember, zwischen 14 und 16 Uhr bei der Kirche beim Nikolaus abgeben und werden vor Ort präsentiert.

Als Belohnung bekommt jedes Kind ein kleines Sackerl. Damit es zu keinem Massenansturm kommt, mussten sich die Familien im Vorfeld anmelden. Die St. Peterer Landjugend wird mit Hausbesuchen unterwegs sein. Der Nikolaus soll jedoch nur bis zur Haus- oder Wohnungstür kommen, die Abstandsregeln mussen eingehalten werden. Auch hier ist eine Voranmeldung erforderlich.

„Wir wären dankbar, wenn die Eltern ihren Kindern bereits im Voraus erklären, warum der Nikolaus nicht ins Haus darf“, sagt Organisatorin Viktoria Krendl. Der Nikolaus des Jugendrotkreuzes wird heuer eine Pause einlegen. „Das Jugendrotkreuz gestaltet gemeinsam mit der Wirtschaft St. Peter aber wieder den beliebten ‚Begehbaren Adventskalender‘ im Pavillon des Schlossparks. Von 1. bis 24. Dezember wartet jeden Tag eine kleine Überraschung auf unsere Kinder“, freut sich Initiatorin Ingrid Kaubeck

In Ferschnitz sorgte in den vergangenen Jahren der USV für erstaunte Kinderaugen und zog mit Nikolaus und „Kramperln“ von Haus zu Haus. Das wird heuer in dieser Form wohl nicht möglich sein, wie Obmann Adi Schindlegger erklärt: „Es ist noch nicht ganz fix, aber mit Hausbesuchen habe ich keine große Freude. Wenn dann was passiert, wollen wir nicht in der Verantwortung stehen.“

Die Aktion wäre prinzipiell für 5. und 6. Dezember geplant gewesen. Denkbar ist aber, dass es am Marktplatz eine Veranstaltung geben wird, bei der sich Eltern und Kinder die Sackerl abholen können. „Da ist es leicht möglich, den Abstand einzuhalten, und wir bleiben auf jeden Fall im Freien“, weiß Schindlegger. Angedacht wird dabei, ein Zeitfenster vorzugeben.

Flieger-Nikolaus steigt aufs Golfwagerl um

In Ardagger wird es Hausbesuche geben, die Übergabe der Geschenke erfolgt allerdings im Freien. Entwarnung für die nicht ganz so Braven: Ein Krampus wird im heurigen Jahr nicht dabei sein. Auch ohne Drohung mit der Rute wird es aber möglich sein, dem beliebten Nikolo auch ein Gedicht aufsagen zu können.

Viele Besucher lockt der Geschenkebringer alljährlich auch zum Flugplatz in St. Georgen. Dort landet der Heilige Mann ja stets mit dem Flugzeug und überrascht die Kinder mit Geschenks-Packerln. Kinder und Eltern, die in der näheren Umgebung des Flugplatzes zu Hause sind, können aber erleichtert sein. Der Nikolaus wechselt das Gefährt und wird mit dem Auto oder Golfwagerl unterwegs sein und Bewohnern, die sich vorab angemeldet haben, eine Überraschung vor die Tür stellen.

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