Parteien rüsten sich für die Gemeinderatswahlen. Wo wackelt der Bürgermeister? Wo gibt es neue Listen? Die NÖN schaute sich in den spannendsten Gemeinden um.

Von Peter Führer, Hermann Knapp, Andreas Kössl und Ingrid Vogl. Erstellt am 24. Dezember 2019 (05:26)

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Der Weihnachtsfriede ist heuer sozusagen die Ruhe vor dem Sturm: Denn ab 7. Jänner wird im Bezirk mit Volldampf Wahl gekämpft. Ein Hotspot wird dabei natürlich die Bezirkshauptstadt sein. In Amstetten werden am 26. Jänner neun Listen um Stimmen rittern – so viele wie nie zuvor.

Spannend wird natürlich vor allem das Duell zwischen Bürgermeisterin Ursula Puchebner (SPÖ) und ihrem ersten Herausforderer, ÖVP-Spitzenkandidat Christian Haberhauer, der im Wahlkampf ja die volle Unterstützung der Landes-ÖVP hat. Der politische Quereinsteiger hat auch etliche neue Gesichter um sich geschart.

Profitieren die Grünen vom Bundestrend?

Derzeit wird die Stadt von einer rotgrünen-Koalition regiert. Die Grünen könnten in Amstetten natürlich vom Aufwind im Bund profitieren, ebenso die Neos. Sehr interessant wird aber auch das Abschneiden der FPÖ werden, die sich ja völlig neu aufstellen musste, nachdem die Landes-FPÖ im Juni die gesamte bisherige Fraktion aus der Partei ausgeschlossen hat. Bruno Weber, Brigitte Kashofer und Kollegen treten nun mit einer eigenen Liste an. Im konservativen Wählertopf fischen aber auch noch die „Bürgerliste Kunz – Für Amstetten“, die Liste „MANI“ (Mutige Amstettner nachtaktiv in Ibiza) und die Liste Wahl.

Eine der kleineren Gemeinden im Bezirk dürfte eine der spannendsten werden. In St. Pantaleon-Erla ist nämlich auch ein Bürgermeisterwechsel nicht wirklich ausgeschlossen. Bei der letzten Wahl waren die Freiheitlichen das Zünglein an der Waage und verhalfen der zweitstärksten Partei, der ÖVP, dank eines Arbeitsübereinkommens zum Bürgermeisteramt. Der Vorsprung der SPÖ auf die ÖVP war mit 13 Stimmen aber nur hauchdünn. Dass mit der „Bürgerliste Enns-Donauwinkel“ eine weitere Gruppierung antritt, verspricht zusätzliche Spannung.

Viele neue Gesichter wird es im Strengberger Gemeinderat geben. Mit Roland Dietl und Maria Papst (beide ÖVP) ziehen sich Bürgermeister und Vizebürgermeisterin aus der Politik zurück und machen Platz für ihre Nachfolger Johann Bruckner und Lukas Schatzl. Künftig werden im Gemeinderat mit ÖVP und SPÖ auch nur noch zwei Parteien vertreten sein. Die FPÖ, die bisher zwei Mandate innehatte, tritt im Jänner nämlich nicht mehr an.

Bürgerlisten gleich in mehreren Gemeinden

Spannend wird es auch in jenen Gemeinden werden, in denen neue (Bürger)-Listen antreten. In Ferschnitz etwa die „Vielfalt für Ferschnitz“ rund um den Spitzenkandidaten und langjährigen SPÖ-Gemeinderat Martin Robl und Ärztin Ulrike Stierschneider. Zwei Mandate hat sich die parteilose Liste als Ziel beim ersten Antreten gesetzt. In St. Georgen geht Benjamin Ripfl mit einer eigenen Liste ins Rennen. Die FPÖ tritt zudem neu in Winklarn, Zeillern und in Ertl an und – entgegen erster Ankündigungen – doch wieder in Ardagger.

Dass sich in all diesen Gemeinden etwas bei der Bürgermeisterfrage ändert, ist allerdings unwahrscheinlich. Sie werden allesamt von ÖVP-Bürgermeistern mit stabilen Mehrheiten geführt. Wobei immerhin interessant zu beobachten sein wird, wie die Ortschefs, die ihr Amt im Laufe der vergangenen Periode übernahmen und erstmals als Spitzenkandidaten ins Rennen gehen, abschneiden werden. Darunter Sabine Dorner (Winklarn), Christoph Haselsteiner (St. Georgen/Ybbsfelde), Maria Kogler (Neuhofen), Martin Schlöglhofer (Aschbach) und Friedrich Hinterleitner (Biberbach).

Eine neue Liste gibt es überraschenderweise auch in Hollenstein. Unternehmer Andreas Schneiber geht mit seinen sieben Mitstreitern unter dem Namen „Faires Hollenstein“ ins Rennen. Sein Ziel ist es, die absolute Mehrheit in der roten Gemeinde zu brechen. Das verspricht Spannung. Derzeit hält die SPÖ von Bürgermeisterin Manuela Zebenholzer lediglich ein Mandat mehr als die ÖVP.

Knapp werden könnte es auch in St. Georgen/Reith. In der kleinen Ybbstalgemeinde lag die SPÖ 2015 lediglich 44 Stimmen vor der ÖVP. VP-Spitzenkandidat Josef Pöchhacker verspricht sich einiges. Er möchte das Bürgermeisteramt von Ortschefin Birgit Krifter, die vor eineinhalb Jahren SP-Landtagsabgeordnetem Helmut Schagerl nachfolgte, erobern.

Das erste Mal einer Wahl stellt sich im Ybbstal neben Zebenholzer (Hollenstein) und Krifter (St. Georgen/Reith) auch der Ybbsitzer Bürgermeister Gerhard Lueger (ÖVP).

Einen Überblick über die Spitzenkandidaten aller Parteien findet ihr in der Printausgabe und im ePaper.

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