Reparaturbonus: Weniger Müll, mehr reparieren. Noch junge Aktion fördert Geräte-Reparaturen mit bis zu 100 Euro.

Von Peter Führer. Erstellt am 15. Oktober 2019 (02:32)
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Alfred Schlemmer von Elektro König in Amstetten ist sich sicher, dass mit dieser Aktion auch junge Menschen, die oft eher neu kaufen, statt reparieren zu lassen, angesprochen werden. Vor allem, da man die Rückerstattung online über das digitale Antragsformular des Landes beantragen kann.

Beim „Reparaturführer“ handelt es sich um eine gemeinsame Aktion des Landes Niederösterreich, der NÖ Umweltverbände und der Wirtschaftskammer Niederösterreich. 50 Prozent der Kosten werden dabei rückerstattet. Maximalbetrag der Förderung: 100 Euro. Vorausgesetzt, die Reparatur erfolgt bei einem der an der Aktion teilnehmenden Betriebe (siehe: www.reparaturfuehrer.at/noe). VP-Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: Die Reparatur von defekten Geräten stellt eine umweltfreundliche Alternative zu einem Neukauf dar. Es trägt wesentlich zur Abfallvermeidung und somit auch zum aktiven Klimaschutz bei. Die Förderung soll NÖ Haushalte direkt bei der Reparatur von defekten Elektrogeräten unterstützen sowie ein Impuls für die Reparaturbetriebe sein.“

Die NÖN hörte sich bei einigen teilnehmenden Betrieben um, wie gut die Aktion, die seit einigen Monaten läuft, bisher angekommen ist.

Einer der Partner ist die Firma Landsteiner in Amstetten. Dort befürwortet man das Angebot, erhofft sich aber, dass die Aktion noch bekannter wird. „Ich glaube, die Menschen wissen noch zu selten, dass es das gibt. Es ist aber eine gute Idee“, erklärt Eleonore Landsteiner. Vor allem bei höherpreisigen Geräten zahle sich eine Reparatur durchaus aus.

Auch bei Elektro König wird fleißig repariert. Als Servicetechniker ist Alfred Schlemmer viel in der Region unterwegs. Auch für ihn macht die Initiative Sinn, um Müll zu vermeiden. „Eine solche Aktion war schon lange fällig. Das sollte auf jeden Fall verlängert oder ausgeweitet werden“, ist er überzeugt. Bei Haushaltsgeräten aller Art, wie Waschmaschinen, E-Herd, et cetera ist es oft sinnvoller, zu reparieren.

„Gute Sache, aber noch zu wenig bekannt“

Manfred Rücklinger von der Rücklinger Elektronik GmbH in Ferschnitz berichtet, dass es einen Zuwachs an Reparaturen gibt. Seine Kunden werden aber vor allem durch Mundpropaganda und weniger durch den „Reparaturführer“ auf ihn aufmerksam. „Der ‚Reparaturführer‘ ist eine gute Sache, aber noch viel zu wenig bekannt. Sinnvoll wäre es auf jeden Fall, wenn etwa in den Gemeindezeitungen auf diese Aktion hingewiesen wird“, ist er überzeugt. Prinzipiell seien es vor allem ältere Menschen, die Geräte reparieren lassen.

„Die Jungen leben leider noch mehr die Wegwerfgesellschaft.“ Eine positive Zwischenbilanz zieht Wolfgang Ecker, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer NÖ: „Der Reparaturbonus wird sehr gut angenommen. Wir setzen mit dem Reparaturbonus gleichzeitig ein aktives Zeichen gegen eine Wegwerf-Gesellschaft, wie einen wertvollen Impuls für unsere Reparaturbetriebe.“

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