Schul-Direktoren: „Wir haben ja schon viel Erfahrung“. Direktoren an Höheren Schulen im Bezirk Amstetten bauen auf Know-how aus dem Frühjahr: Getrennte Eingänge, Desinfektionsspender und Unterricht im Freien.

Von NÖN Redaktion und Josef Penzendorfer. Erstellt am 02. September 2020 (02:47)
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Hoffen allesamt auf einen gelungenen Schulstart (von links): Administratorin Manuela Steininger, Schulsprecherin Sophia Gerstmayr und Direktor Markus Berger vom Stiftsgymnasium Seitenstetten.
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In den Höheren Schulen des Bezirks hat man sich gut auf den Schulbeginn in Coronazeiten vorbereitet – vor allem in organisatorischer Hinsicht.

Im Gymnasium Amstetten (vier erste Klassen, insgesamt rund 650 Schüler) wird es zum Beispiel in den jeweiligen Schultrakten eigene Eingänge für die dort situierten Klassen geben. Desinfektionsmittelspender im Zutrittsbereich sind eine Selbstverständlichkeit. Auch eine gestaffelte Pausenordnung hat man ausgetüftelt: Es wird zwei große Pausen geben, die jeweils zehn Minuten dauern – eine nach der dritten und eine nach der vierten Stunden. Jeweils ein anderer Teil der Schüler wird dabei nach draußen gehen dürfen. „Ich blicke dem Start relativ gelassen entgegen, weil wir inzwischen viel Erfahrung haben“, sagt Direktor Josef Spreitz. Diese Woche wird es noch einige Besprechungen geben. Zur Kommunikation mit Eltern und Schülern wird im Herbst auch die Platform „SchoolFox“ zum Einsatz kommen.

In der HAK/HAS Amstetten (drei erste HAK-Klassen, eine erste HAS-Klasse, insgesamt rund 400 Schüler) wird es ebenfalls mehrere Eingänge geben. Da beide Schulen im selben Gebäude sind, werden große Pausen zeitversetzt stattfinden. „Außerdem ist ein fixer Sitzplan vorgesehen und sofern es das Wetter zulässt, soll viel im Freien stattfinden. Wie in allen Bereichen gilt natürlich desinfizieren beim Betreten der Schule und Abstand halten. Auch in den Klassen soll vermehrt darauf geachtet werden“, sagt Direktorin Brigitte Bartmann.

Direktor Leopold Dirnberger von den Wirtschaftsschulen der Franziskanerinnen Amstetten (vier erste Klassen, insgesamt rund 200 Schüler) betont ebenfalls, dass in der Schule natürlich strenge Corona-Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. „Es wird bei den Eingängen die Möglichkeit zur Händedesinfektion geben und die Räume werden täglich desinfiziert. Im Grunde werden dieselben Regeln gelten, wie schon vor Schulschluss.“ Dirnberger möchte den Schülern auch nahelegen, in der Pause vom Besuch des Einkaufscenters CCA abzusehen. Es werde einen entsprechenden Appell an die Schüler geben.

Schülerhöchststand in Zeiten der Coronakrise

In der HLW Amstetten (vier erste Klassen und insgesamt rund 400 Schüler) sind ebenfalls mehrere Eingänge geplant und natürlich werden Desinfektionsmittelspender aufgestellt.

Über einen historischen Höchststand der Schülerzahlen darf sicher Direktor Markus Berger vom Stiftsgymnasium Seitenstetten ausgerechnet im Corona-Jahr freuen. 450 Kinder und Jugendliche werden dort ab Schulbeginn in in 21 Klassen vom 50-köpfigen Lehrerteam betreut. Berger erwartet ein an Unsicherheiten reiches Schuljahr. „Man denke nur an zu planende Schulveranstaltungen oder eben die jeweils freitags in Erfahrung zu bringende Corona-Ampelsituation, die ja im Einzugsgebiet des Stiftsgymnasiums – besonders an der Grenze zu Oberösterreich – mitunter ganz unterschiedlich sein dürfte, was vor allem für Eltern mehrerer Kinder problematisch werden kann.“

Für den Eröffnungsgottesdienst gibt es schon ein Konzept: bei Schönwetter im Hofgarten für alle, bei Schlechtwetter im Meierhof, wenn notwendig aber auch in kleineren Gruppen im Laufe der ersten Schulwoche. Bezüglich der verschärften Hygienemaßnahmen ist man ja ohnehin schon erprobt, es gibt ein klares Raum- und Pausenkonzept unter Einbeziehung von Sportplatz und Stiftshof bis hin zu eigens bestimmten Schülergruppen zugeteilten Toiletten, sodass nicht nur im Unterricht Schüler- und Klassendurchmischungen weitgehend vermieden werden können.