Schulärzte: Medizinerin Steininger übt Kritik am System. Betreuung soll für Kinder aller Schulformen gleich sein. Daten sollen statistisch ausgewertet werden.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 06. März 2018 (05:48)
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Symbolbild. Foto: Shutterstock/ESB Professional
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Allgemeinmedizinerin Ester Steininger aus Amstetten ist seit 1997 Schulärztin und zurzeit im Bildungszentrum Gleiß, an allen vier Schulen der Amstettner Franziskanerinnen sowie in der HAK/HAS und der Neuen Mittelschule Pestalozzistraße Amstetten in dieser Funktion tätig.

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Ester Steininger ist als Schulärztin für die Amstettner Schulen zuständig. Foto: privat
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„Es wäre wirklich wichtig, ein einheitliches Schulärztesystem zu schaffen“, fordert die Medizinerin Steininger nun.

Während alle Bundesschulen Schulärzte mit fester, der Schüleranzahl entsprechenden Dienstzeit haben, werden die Gemeindeschulen je nach Dienstgeber, also der Gemeinde, unterschiedlich bestellt. „Durch diese verschiedenen Zuständigkeiten besteht ein Ungleichgewicht. Im Grund werden nicht alle Schüler gleich behandelt.“

Für alle Schulen gleiche Gesundheitsförderung

Steininger ist schon vor neun Jahren an die Stadtgemeinde Amstetten herangetreten und hat gefragt, ob es nicht möglich wäre, eben wie in den Höheren Schulen, zusätzlich zu der jährlich verpflichtenden Schuluntersuchung zwei Stunden pro Woche für die Schüler der NMS Pestalozzistraße, vormals Hauptschule, da zu sein. Dies wurde ihr auch ermöglicht.

„Und ich kann sagen, dass die Schüler gerne davon Gebrauch machen und dass ich im Laufe der Jahre dadurch Dispositionen und Auffälligkeiten rasch erkennen konnte und auch Begleitung bei psychosomatischen Problemen möglich war“, berichtet die Medizinerin.

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Judith Glazer, Präsidentin der Gesellschaft der Schulärzte und Schulärztinnen Foto: Tschank
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Im Schnitt macht Steininger pro Jahr 60 zusätzliche Beratungen, 30 Elterngespräche, 40 Beratungen mit Lehrern, pro Klasse zwei Unterrichtsstunden Schul-Sozialarbeit und leistet natürlich, wenn notwendig, auch Erste Hilfe.“


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