Sommerhalbzeit: „Keine normale Saison für Freibäder“. Unbeständiges Wetter und die Corona-Pandemie bescheren den Freibädern deutliche Besucherrückgänge.

Von Ingrid Vogl und Peter Führer. Erstellt am 05. August 2020 (04:51)
Ein ständiges Auf und Ab bei den Besucherzahlen verzeichnet das St. Valentiner Freibad. Nach dem guten Besuch am Dienstag war am Mittwoch sowohl in den Becken als auch auf der Liegewiese sehr wenig los.
Fuchs

Die Hälfte der Sommerferien ist vorbei und in den Freibädern zieht man eine erste Zwischenbilanz. Diese fällt ziemlich durchwachsen aus. Sowohl die wechselhafte Wetterlage als auch die Unsicherheit durch die Corona-Pandemie sorgen dafür, dass die Badegäste vielfach ausbleiben.

Für Markus Lehmann, den Bademeister im Haager Erlebnisbad, liegt der Besucherrückgang im Vergleich zum Vorjahr vor allem an den heuer um vieles kühleren Temperaturen. „Das Wetter hat uns bisher einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht“, fasst er die mit Verspätung gestartete Saison zusammen. Rund 8.000 Besucher wurden seit dem Start Ende Mai gezählt. „Da gehen uns im Vergleich zum Vorjahr manchmal schon 200 Gäste am Tag ab“, erklärt Lehmann. Stärkster Tag war bisher der vergangene Dienstag, an dem 800 Besucher ins Freibad strömten. Trotzdem merkt man, dass in diesem Jahr viele zu Hause im eigenen Garten Urlaub machen. „In Haag haben sich heuer viele einen eigenen Pool angeschafft. Die Pools waren in der Region alle ausverkauft“, weiß Lehmann. Dafür dürfte auch die Corona-Pandemie mitausschlaggebend gewesen sein, obwohl die Einhaltung der Maßnahmen im Freibad laut dem Bademeister absolut kein Problem darstellt. „Die Leute halten sich an die Vorschriften. Das passt wirklich wunderbar“, betont Lehmann.

„Sobald es warm ist, merkt man fast nichts mehr vom Virus.“Für den Haager Bademeister Markus Lehmann ist das wechselhafte Wetter eher der Grund für ausbleibende Badegäste als das Coronavirus

Zu spüren ist der Besucherrückgang natürlich auch in der Gastronomie, wenngleich Bert Wieser der Vergleich zum Vorjahr fehlt. Das Coronajahr ist seine erste Saison im Haager Freibad. „Nach oben wäre immer Luft, aber es passt. Wir sind froh, dass wir überhaupt offen haben können“, erklärt er. Schwierig sei nur die Einschätzung, wann wie viele Badegäste kommen werden und wann daher mehr oder weniger Personal benötigt wird. „In der Vorwoche waren am Dienstag mehr Leute als am Wochenende. Damit rechnet man eher nicht“, verrät Wieser. Da auch die Familienmitglieder im Buffet mithelfen, sei dies aber leichter zu lösen als mit anderen Angestellten, berichtet Wieser.

Ein ständiges Auf und Ab bei den Besucherzahlen verzeichnet man im St. Valentiner Freibad. „Wenn es heiß ist, dann wird das Bad sehr gut angenommen. Ist es bewölkt, dann sind oft aber nur 50 bis 60 Leute da“, weiß der für das Freibad zuständige Vizebürgermeister Ferdinand Bogenreiter. Strömten in den vergangenen Jahren an heißen Tagen bis zu tausend Sonnenhungrige ins Bad, so hat man sich heuer coronabedingt eine Grenze von maximal 650 Besuchern gesetzt. „Mehr wollen wir nicht hineinlassen“, erklärt Bogenreiter.

Die Situation, dass man das Freibad wegen zu starken Zustroms hätte sperren müssen, hatte man bisher noch nicht. Am Dienstag, dem bisher heißesten Tag des Sommers, war man jedoch schon knapp dran. „Da sind wir schon sehr vorsichtig geworden. Wenn noch mehr Badegäste gekommen wären, hätten wir zumachen müssen“, informiert der Vizebürgermeister. Damit bei derart gutem Besuch die Coronaregeln eingehalten werden können, hat man heuer sogar einen zusätzlichen Bademeister eingestellt. Eingreifen musste man bisher aber noch nicht. „Die Leute halten sich an die Vorgaben. Es gibt überhaupt kein Problem bei den Erwachsenen, nur die Jugendlichen muss man manchmal auf die Regeln hinweisen“, schildert Bogenreiter.

Rückgang trotz Vergünstigung der Saisonkarte

Obwohl die Saisonkarten auf 80 Prozent des ursprünglichen Preises reduziert wurden, ist auch hier ein Rückgang zu vermerken. „Man merkt schon, dass es keine normale Saison ist. Die Leute, die Angst haben, kommen halt heuer nicht ins Bad“, stellt Bogenreiter fest.

Angst und das unbeständige Wetter sind auch im Freibad in St. Peter/Au der Grund für einen Besucherrückgang. „Das Wetter ist bis jetzt durchwachsen. Erfahrungsgemäß braucht es immer einige heiße Tage, bis das Geschäft läuft. Einige haben auch Angst zu kommen“, berichtet St. Peters Bademeister Franz Brenn. In einem normalen Sommer habe man bis zu 400 Besucher am Tag, heuer ist man durch die Corona-Bestimmungen allerdings auf 170 Gäste beschränkt. Die Besucher würden sich laut Brenn allerdings sehr diszipliniert zeigen und die Abstandsregeln einhalten. „Wir haben die Bestimmungen auch plakatiert. Auf der Liegewiese geht sich das mit dem Platz locker aus“, betont der Bademeister.

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