Steinböck zur AK-Wahl: „Dieses Ergebnis spricht Bände“. Deutliche Zugewinne für FSG, starke Verluste für „schwarze“ Gewerkschafter.

Von Peter Führer. Erstellt am 09. April 2019 (07:38)
NÖAAB-FCG
Andreas Schauer, Bezirksspitzenkandidat des NÖAAB-FCG.

Die Arbeiterkammerwahlen sind geschlagen und brachten im Bezirk deutliche Zugewinne für die „rote“ Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG). Sie baute ihren Vorsprung auf die Konkurrenz aus und legte im Bezirk Amstetten von 54 Prozent auf 62 Prozent zu. Natürlich sehr zur Freude von Spitzenkandidat Josef Steinböck. „Ich denke, dieses Ergebnis spricht Bände. Da wird mit Sicherheit auch der Frust auf die Bundespolitik eine Rolle gespielt haben. Die Zustimmung zeigt, dass in der Arbeiterkammer hervorragende Arbeit geleistet worden ist“, zieht er zufrieden Bilanz.

FSG
Josef Steinböck vom FSG kann sich über Zugewinne freuen.

In den nächsten Monaten wolle man das in der Wahl postulierte Zehn-Punkte-Programm abarbeiten. Dazu gehören Themen wie Weiterbildung, Arbeitszeit oder Wohnen. „Diese Dinge werden wir lautstark in die Politik einbringen“, kündigt Steinböck an.

„Mobilisierung ist nicht wirklich gelungen“

Weniger erfreulich fällt die Bilanz beim „schwarzen“ Arbeitnehmerbund aus. Im Bezirk verlor der NÖAAB-FCG (Fraktion Christlicher Gewerkschafter) knapp über 4 Prozent und kam auf 23,6 Prozentpunkte. „Mit dem Gesamtergebnis können wir natürlich nicht zufrieden sein, die Erwartungen waren höher. Die Mobilisierung ist nicht wirklich gelungen“, analysiert NÖAAB-Bezirksobmann Hannes Pressl. Er verweist auch auf die niedrige Wahlbeteiligung.

Diese sollte die Alarmglocken schrillen lassen. „Bei 38,5 Prozent Wahlbeteiligung muss man sich ernsthaft die Frage stellen, inwiweit die gewählten Herrschaften noch demokratisch legitimiert sind. Daher sprechen wir uns für einen gemeinsamen Wahltag für alle Kammerwahlen aus. Dieser könnte in den Gemeinden stattfinden“, so Pressl.

FCG-Bezirksspitzenkandidat Andreas Schauer gratulierte FSG-Landesspitzenkandidat Markus Wieser und betonte, dass er sich „wieder auf eine Zusammenarbeit freut, um im Miteinander auch in der Arbeiterkammer künftige Herausforderungen der neuen Arbeitswelt bewältigen zu können.“

FPÖ
Richard Punz stand an der Spitze derFreiheitlichenArbeitnehmer.

Verluste, wenn auch in geringerem Ausmaß, mussten auch die Freiheitlichen zur Kenntnis nehmen. Für Richard Punz, Spitzenkandidat der Region, hängen diese unter anderem mit dem Wahlrecht zusammen. „Das Wahlrecht ist darauf zugeschnitten, dass die größte Fraktion gewinnt.“ Trotz der Verluste zeigte sich Punz nicht unzufrieden. Man habe nur 0,8 Prozent weniger als beim historisch besten Ergebnis und den selben Mandatsstand wie im Jahr 1994.