Strasser ist wieder der „Kaiser“. VP-Spitzenkandidat unangefochten die Nummer eins. SP-Kandidat Schroll auf Platz zwei.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 08. Oktober 2019 (04:06)
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Georg Strasser (ÖVP) zieht mit 9.885 Vorzugsstimmen ins Parlament ein.

Obwohl die ÖVP diesmal keinen expliziten Vorzugsstimmenwahlkampf führte, ist VP-Spitzenkandidat Georg Strasser im Wahlkreis 3c der Vorzugsstimmenkaiser. 9.885 Wähler schrieben seinen Namen auf ihren Wahlzettel. „Das ist eine enorme Auszeichnung und bestätigt unsere Arbeit. Es ist unser neuer Stil mit wenig Ressourcen, dafür mehr persönlichem Engagement etwas zu erreichen.“ Auf Platz Nummer zwei rangiert mit Respektabstand SP-Spitzenkandidat Alois Schroll mit 3.625 Vorzugsstimmen. „Nach den anstrengenden Wahlkampfwochen macht mich das Ergebnis stolz. Es zeigt auch, dass wir Bürgermeister sehr nahe bei der Bevölkerung sind. Ein Traum geht in Erfüllung. Das überregionale Mandat ist eine perfekte Kombi zum Bürgermeisteramt“, sagt Schroll. Bei seiner Tätigkeit bei der Arbeiterkammer wird er sich karenzieren lassen.

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SP-Kandidat Gerhard Riegler ist mit seinen 1.934 Vorzugsstimmen zufrieden.

Dritter ist unangefochten Andreas Hanger mit 3.133 Vorzugsstimmen. „Da es ja keine Vorzugsstimmenkampagne gab, bin ich mit diesem Ergebnis sehr zufrieden. Das ist ein schöner Vertrauensbeweis. Ich gratuliere natürlich Georg Strasser, der auch niederösterreichweit die meisten Vorzugsstimmen bekommen hat.

Renate Gruber knapp vor Gerhard Riegler

Platz vier belegte die SP-Kandidatin aus dem Bezirk Scheibbs, Renate Gruber, mit 1.970 Stimmen. Sie liegt damit knapp vor dem SP-Spitzenkandidaten des Bezirks Amstetten, Gerhard Riegler, der 1.934 Stimmen bekam und damit zufrieden ist. „Es ist für mich ein achtbares Ergebnis. Gruber war ja amtierende Nationalrätin und Bürgermeisterin und hat auch in meinem Bezirk wahlgekämpft. Ich habe mich hingegen nur auf meinen Bereich beschränkt. Allein in Amstetten habe ich 900 Vorzugsstimmen bekommen.“

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Der suspendierte Klubobmann der FP-NÖ erreichte immerhin 1.348 Vorzugsstimmen.

Eine Überraschung und ein deutliches Zeichen an die Bundespartei gelang Ex-FP-Klubobmann Martin Huber. Mit 1.348 Vorzugsstimmen im Wahlkreis ließ der Blindenmarkter dabei sogar Spitzenkandidatin Edith Mühlberghuber (1.297) und Bezirkskandidat Richard Punz (409) hinter sich. „Eine absolut schöne Sache, die mir zeigt, dass ich in meiner politischen Karriere nicht alles falsch gemacht habe“, erklärt Huber. Ob es ein Zeichen für die Bundespartei ist, will er nicht kommentieren: „Darüber muss sich die Bundespartei Gedanken machen. Es ist aber unüblich, wenn nicht der Erste die Stimmen bekommt.“

Mühlberghuber wertet die Vorzugsstimmen für Martin Huber als eine „Jetzt erst recht“-Aktion und ein deutliches Zeichen der Funktionäre und Bevölkerung, dass er bleiben soll. Ich habe ihm gratuliert zu diesem Ergebnis.“ Sie selbst, so die FP-Spitzenkandidatin, freue sich über jede Vorzugsstimme, da sie ja keinen Vorzugsstimmenwahlkampf geführt habe und auch nirgends im Wahlkreis plakatiert gewesen sei. „Bei uns stand das nicht an erster Stelle. Wir haben um jede Stimme für die Partei gekämpft.“ Dass das Grundmandat verloren ging, bedauert sie natürlich.

Ein beachtliches Ergebnis konnte die Spitzenkandidatin der NEOS im Wahlkreis 3c einfahren. Magdalena Brotrager aus Euratsfeld bekam immerhin 1.075 Vorzugsstimmen.

Bei den Grünen erreichte Wahlkreis-Spitzenkandidatin Bettina Schneck 904 Vorzugsstimmen, Bezirkskandidatin Sarah Huber immerhin 376.