Unfall nach Dorffest: Alko-Lenker verurteilt

24-Jähriger krachte nach Dorffest in ein anderes Auto und verletzte Insassen schwer: Geldstrafe und Bewährung.

Erstellt am 12. November 2021 | 03:57
Der Fall landete erst jetzt vor Gericht
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Foto: APA/Webpic (Symbolbild)

Den jungen Mann, der vor der Richterin sitzt, quält die Schuld – unabhängig davon, dass er das bei seinem Geständnis sagt, sieht man ihm das auch an. Mit 1,8 Promille hatte der 24-Jährige aus dem Bezirk Amstetten im Sommer einen Unfall in Allhartsberg verursacht. Er war dabei in ein anderes Auto gefahren und hatte die beiden Frauen darin verletzt.

Und es ist nicht das erste Mal. Er hat bereits eine Vorstrafe, weil er betrunken einen Unfall verursachte und dabei Menschen verletzte. Deswegen sitzt er jetzt auf massiven Schulden, nach dem zweiten Unfall kommen mehr dazu. „Wieso verbauen Sie sich die Zukunft wegen eines Dorffests?“, fragt ihn die Richterin. Er blickt schuldbewusst auf die Tischplatte vor sich. „Ich weiß nicht mehr, wie ich auf die Idee gekommen bin, ich bin wie ferngesteuert ins Auto gestiegen“, sagt er mit leiser, belegter Stimme. „Ich will, dass so etwas nie wieder passiert. Seit drei Monaten trinke ich keinen Schluck mehr.“

Reuiges Geständnis und hohe Schulden

Eine Frau erlitt durch seine Schuld einen Rippenbruch, Verrenkungen und Frakturen, ihre Tochter, die mit im Auto saß, konnte unter anderem eine Woche lang nichts hören. Der Angeklagte erkennt das geforderte Schmerzengeld sofort an. Seine Stimme zittert, als er sich entschuldigt, und er bricht in Tränen aus. „Betrunken fahren zahlt sich nicht aus. Sie können von Glück reden, dass niemand gestorben ist“, sagt die Richterin. Dennoch habe sie „den Eindruck, Sie sind aufgewacht.“

Das Urteil: schuldig wegen fahrlässiger Körperverletzung. Er bekommt sieben Monate bedingte Haft mit dreijähriger Probezeit, muss eine Geldstrafe von 1.680 Euro zahlen sowie Schmerzengeld von 2.000 Euro an die Frau und 1.000 Euro an ihre Tochter.

Die Richterin widerruft die Bewährungsstrafe seiner ersten Verurteilung nicht, sondern verlängert die Probezeit auf fünf Jahre. Er muss auch die Verfahrenskosten bezahlen, von Seiten der Versicherung werden weitere Kosten auf ihn zukommen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.