Urlaub im Winter: Verwaiste Skipisten, leere Hotels. Bezirk Amstetten: Unsichere Situation sorgt für Sorgenfalten bei der Tourismusbranche. Attraktive Angebote sollen Gäste anlocken.

Von Peter Führer. Erstellt am 25. November 2020 (04:32)
Ski Skilift Skigebiet Symbolbild
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„Für uns war immer klar, dass wir, wenn es erlaubt ist, wieder einen Skiurlaub in Österreich verbringen wollen. Natürlich haben wir aufgrund der aktuellen Situation überlegt, ob wir fahren sollen oder nicht. Aber da wir uns mit nur einer anderen Familie ein Haus teilen werden und es genug Platz geben wird, spricht aus unserer Sicht nichts dagegen“, verrät Jürgen Jungwirth. Der St. Georgner fährt schon seit zehn Jahren mit seiner Familie (Frau Anita und die Söhne Tobias und Matteo) in den Skiurlaub. Wie eine Umfrage zeigt (siehe Grafik), überwiegt bei vielen Österreichern allerdings ein Gefühl der Unsicherheit bezüglich Urlaub im Winter. Über zwei Drittel gaben an, heuer nicht oder eher nicht die Skier anschnallen zu wollen. Lediglich knapp über 30 Prozent sehen die Lage entspannter.

Die drohende Wintersport-Flaute sorgt natürlich auch in der Tourismusbranche für Sorgenfalten. Neben Skigebieten und Nächtigungsbetrieben haben auch die heimischen Busunternehmen und Reisebüros, ohnehin aufgrund der vergangenen Monate und düsterer Zukunftsprognosen schon schwer gebeutelt, mit der generellen Lage zu kämpfen. „Eine Buchungslage ist vorhanden, aber sehr wenig. Die Leute sind verunsichert, weil sie nicht wissen, ob ein normaler Skibetrieb möglich sein wird. Wir sind auf Gruppenreisen spezialisiert. Aber momentan traut sich kaum ein Verein oder eine Feuerwehr drüber“, berichtet Richard Brandstetter (RB Reisen).

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Quelle: marketagent; Foto: gorillaimages/Shutterstock.com; NÖN-Grafik: Bischof

Bis Weihnachten hätte man eigentlich zudem jedes Wochenende eine Skipartie. Das falle heuer aber flach. Die Unsicherheit werde derzeit leider auch von der Politik hochgehalten. „Wenn wir realistisch sind, werden wir heuer nicht mehr fahren. Irgendwann wird es aber wieder bergauf gehen. Wir arbeiten jedenfalls am Programm fürs nächste Jahr“, sagt Brandstetter. Auch beim regionalen Tourismusverbund Ybbstaler Alpen bereitet man sich gerade intensiv auf die bevorstehende Wintersaison vor. „Wir sind gerade dabei zu erheben, was es touristisch heißt, wenn Gäste aus bestimmten Ländern wegbrechen“, berichtet Geschäftsführer Herbert Zebenholzer.

„Die Leute sind verunsichert, weil sie nicht wissen, ob ein normaler Skibetrieb möglich sein wird.“ Richard Brandstetter von RB Reisen über die aktuelle Situation

„Darauf basierend, entwickeln wir gemeinsam mit der NÖ Werbung, mit Mostviertel Tourismus und den Skigebieten der Region eine entsprechende Werbestrategie.“

Die Voraussetzungen dafür sind in der Region unterschiedlich. Während für die Skigebiete Lackenhof am Ötscher und Hochkar in Göstling der Nächtigungstourismus ein wichtiges Segment ist, lebt man auf der Forsteralm ausschließlich und am Königsberg zum Gutteil vom Tagestourismus.

Generell gilt aber: Der Schwerpunkt liegt heuer auf den einheimischen Gästen. „Dabei zählt das Angebot“, sagt Zebenholzer. „Im Sommer konnten Destinationen mit Seen punkten. Für den Winter haben wir in der Region ein attraktives Angebot. Das reicht vom Skifahren über das Langlaufen bis zum Schneeschuhwandern und Skitourengehen. Wenn es uns gelingt, Gäste dafür zu gewinnen, glaube ich an eine gute Saison – vorausgesetzt, der Winter passt und wir dürfen aufsperren.“

Umfrage beendet

  • Skifahren während der Corona-Pandemie: Fahrt ihr in der heurigen Skisaison auf Skiurlaub oder nutzt ihr lieber die regionalen Skigebiete?