Virus führt nicht zu mehr Waffenkäufen. Händler Walter Sternbauer aus Amstetten vermeldet leichten Anstieg, die Anzahl der Waffenberechtigungskarten ging allerdings zurück.

Von Peter Führer. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:26)
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Einen vermuteten „Waffenboom“ gab es im Bezirk Amstetten nicht, wie Händler Walter Sternbauer berichtet.  Foto: Führer
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Die Vermutung, dass die Coronakrise dazu führt, dass erheblich mehr Waffen gekauft werden, bestätigt sich nicht. Der Amstettner Waffenhändler Walter Sternbauer berichtet zwar einen leichten Anstieg im Vorjahr (8 bis 9 Prozent), von einem oftmals kolportierten „Waffenboom“ könne man aber nicht sprechen.

„Ich weiß nicht, warum das oft vermutet wird. Ich denke, es scheinen mehr Waffen in der Statistik auf, weil etwa viele nachgemeldet wurden. Dass das Coronavirus Grund für mehr Waffenkäufe ist, glaube ich nicht. Man kann das Virus ja nicht erschießen“, sagt er.

Dass der Verkauf leicht angestiegen ist, hängt aus seiner Sicht eher damit zusammen, dass vielen Personen Geld wegen fehlender Urlaubsreisen übrig geblieben ist. Das werde dann eben verstärkt in das Hobby investiert. Dazu komme, dass auch die Anzahl der Jagdreisen reduziert worden sei. Generell sei es übrigens so, dass mehr Männer als Frauen zu seinen Kunden zählten. Dennoch gibt es mittlerweile auch viele weibliche Waffenbesitzer, die etwa als Jägerinnen oder als Sportschützinnen aktiv sind.

Auch Bezirksjägermeister Franz Hochholzer sieht aktuell keine gravierenden Veränderungen. Im Bezirk Amstetten und Waidhofen gibt es insgesamt konstant über 2.000 Jäger. Davon sind etwa 70 Prozent, die die Jagd ausüben. „Ich denke nicht, dass die Anzahl der Waffen angestiegen ist. Allerdings nützen mehr und mehr Jäger die Möglichkeit, Schalldämpfer anzubringen. Diese sind seit 2019 erlaubt und machen viel Sinn, weil sie das Gehör schützen“, erklärt er.

Die Lautstärke des Schusses reduziere sich um etwa 30 Dezibel. Auch das Wild werde durch die Schalldämpfer weniger beunruhigt. Die Coronakrise habe sich aus seiner Sicht weniger auf die Jagd als Tätigkeit ausgewirkt, allerdings sei natürlich der gesamte gesellschaftliche und kulturelle Teil ausgefallen.

„Wir konnten keine Veranstaltungen durchführen. Damit haben zum Beispiel unsere 27 Jagdhornbläsergruppen zu kämpfen gehabt. Es war auch schwieriger, die Jagdkurse abzuhalten. Außerdem hat auch es auch einen Dämpfer bei der Abnahme von Wildbret gegeben“, analysiert Hochholzer.

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