Womit sich Pfarrer die Zeit vertreiben. Einige der Priester im Bezirk widmen sich in ihrer Freizeit gerne phänomenalen und außergewöhnlichen Hobbys.

Erstellt am 18. September 2017 (12:35)
Wolfgang Zarl
Eine Leidenschaft für das Theater hat Pfarrer Gerhard Gruber aus Stephanshart. Zuletzt spielte er in dem Stück „Himmel und Hölle“ mit.

So manche beliebte Priester aus dem Bezirk Amstetten punkten nicht nur als Seelsorger mit guten Predigten oder mit Ratschlägen, sondern auch mit so manchen weiteren Talenten.

Da wäre zuerst einmal Gerhard Gruber: Der beliebte Pfarrer von Stephanshart spielt gerne und beeindruckend Theater. Zuletzt spielte er in Stephanshart das Stück „Himmel und Hölle“. Ins Leben gerufen wurde das Theater durch Diakon Gottfried Fischl im Jahr 2004. Seitdem gibt es fast jährlich eine Aufführung, der Erlös kommt Kirchenrenovierungen oder der Orgel zugute. Pfarrer Gruber erzählt, dass er selber schon als Kaplan mit dem Theaterspielen begonnen hatte.

Mit den Menschen ins Gespräch kommen

Auch der Schabernack kommt nicht zu kurz: Einmal ließ er hinter der Bühne einen Luftballon zerplatzen, was den Hauptdarsteller völlig aus dem Konzept gebracht hatte. Ein anderes Mal wurde in ein Gläschen Whiskey statt Apfelsaft gegeben, was auch viele belustigte. Bei den Proben gebe es ebenfalls viel Gaudi. „Wir spielen immer in einem engen Raum, der Platz für 120 Personen bietet, das ist eine tolle Atmosphäre, weil es dann wirklich voll ist“, schmunzelt Gruber. Schließlich hofft er, dass es bald wieder eine Aufführung gibt, es werden immer heitere Stücke gespielt.

Bei den Priestern mit den ungewöhnlichen Hobbys darf auch Pater Roman Stadelmann nicht fehlen. Der 90-jährige Priester der Pfarre Amstetten Herz Jesu gilt beim Tischtennis noch immer als schwer zu schlagen. Der Salesianer-Pater spielt sehr gerne – gerade auch, weil er dabei mit jungen Leuten ins Gespräch kommt. Für das diözesane Tischtennis-Turnier am 11. November in Winklarn will ihn die Pfarre unbedingt dabei haben. Dann und wann beschäftigt er sich auch gerne mit andere Sportarten, wie Basketball oder Fußball.

Riesenerfolge als „Kabarett-Pfarrer“ hatte Pfarrer Herbert Reisinger in den letzten Jahren. Sein umjubeltes Debüt gab er bei seinem 40. Geburtstag im vollen Pfarrsaal von Amstetten-St. Stephan. Jetzt will der Priester sein Programm etwas erneuern. Der Erlös seiner lustigen Aufführungen kommt immer sozialen Zwecken zugute.

In seinem Atelier im Meierhof des Stift Seitenstetten schafft Pater Martin Mayrhofer seine Werke. Er gilt als großer Freund der Kunst. Er fertigt Aquarelle und Druckgrafiken – etwa zu den Themen Natur und natürlich zur Heiligen Schrift.

Kunstdeutung als eine Art der Seelsorge

Gerne erklärt er den Menschen seine Werke – auch das ist eine schöne Art von Seelsorge. Zudem sind seine Atelierabende sehr beliebt.

Der Altdechant von Amstetten, Heinrich Geiblinger, gilt als einer der größten Fußballfans. Er lebt seit seiner Pensionierung in St. Valentin, ist aber weiterhin häufiger Gast bei den Spielen des SKU Amstetten.

Der Pfarrer von Neuhofen/Ybbs, Bischofsvikar Helmut Prader, gilt seit Langem als begeisterter Motorradfahrer. „Es ist eine wunderbare Gelegenheit, mit Menschen über Gott und die Welt zu reden“, erzählt Prader. Gerne fährt er bei Motorradwallfahrten mit.