Zentralmatura: „Ergebnisse besser als zuvor“

Schriftliche „Zentralmatura“ fiel im Bezirk Amstetten im Großen und Ganzen sehr positiv aus.

Peter Führer
Peter Führer Erstellt am 05. Juni 2018 | 05:29
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Bezirk Amstetten - Zentralmatura: „Ergebnisse besser als zuvor“ Matura Symbolbild
Für viele Schüler hat sich das Lernen vor der Reife- und Diplomprüfung ausgezahlt. Foto: BilderBox.com
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Obwohl das Thema österreichweit hohe Wellen geschlagen hat – insbesondere im Fach Mathematik – ist man im Bezirk Amstetten mit den Ergebnissen bei der diesjährigen schriftlichen „standardisierten, kompetenzorientierten Reifeprüfung“ oder „Zentralmatura“ zufrieden.

So konnten sich die Maturanten etwa am Bundesgymnasium/Bundesrealgymnasium Amstetten über großteils positive Noten freuen, wie Direktor Josef Spreitz erklärt: „Die Kandidaten sind ihren eigenen Ansprüchen in den meisten Fällen gerecht geworden und haben über alle Fächer hinweg oft mit tollen Leistungen aufgezeigt. Das gilt insbesondere auch für das Fach Mathematik.“

„Nivellierung nach unten im Fach Deutsch“

Die erfreulichen Leistungen führt er auf die kontinuierliche Arbeit des Lehrerteams zurück. „In Summe verbuchen wir jetzt sogar noch bessere Ergebnisse als vor Einführung der teilzentralen Reifeprüfung. Das Lehrerteam leistet an unserer Schule sehr gute Arbeit und bereitet die Kandidaten bestens auf die zentralen Aufgabenstellungen vor“, betont Spreitz.

Bezirk Amstetten - Zentralmatura: „Ergebnisse besser als zuvor“ Matura Symbolbild
Für viele Schüler hat sich das Lernen vor der Reife- und Diplomprüfung ausgezahlt. Foto: BilderBox.com
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Generell sieht der Direktor des Amstettner Gymnasiums österreichweite Fragestellungen als positive Veränderung, wenngleich noch Reformbedarf bestehe. „Leider beobachten wir etwa bei der Aufgabenstellung im Fach Deutsch eine gewisse Nivellierung nach unten. Im Fach Mathematik sorgt die Differenzierung zwischen Typ1 und Typ 2-Aufgaben und die darauf beruhende Beurteilung immer wieder für Kopfschütteln.“

Auch bei der Handelsakademie Amstetten zieht man eine positive erste Bilanz über das Abschneiden bei der diesjährigen Matura. „Wir haben, wie auch schon in den vergangenen Jahren, sehr gute Ergebnisse. Auch beim Fach Mathematik gibt es nur sehr wenige Nicht Genügend. Wir sehen allerdings die Regelung, dass man hier, auch wenn 90 Prozent des Ergebnisses richtig sind, keine Punkte bekommt, kritisch“, analysiert Direktorin Brigitte Bartmann.

Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen den Schulen sei sehr vorteilhaft. „Unsere Schüler schneiden hier immer sehr gut ab und können sich nach der Matura über mehrere Jobangebote freuen.“

Mathematik-Ausreißer an der HLW Haag

Bei der HLW Haag fielen die Ergebnisse in Deutsch und Englisch sehr positiv aus, bei der Mathematik habe es nach zwei hervorragenden Jahren dieses Mal allerdings vermehrt schlechtere Noten gegeben.

Direktorin Waltraud Ehmayr führt das auf die Fragestellung bei der diesjährigen Reifeprüfung zurück. „Die Lehrkräfte und die Vorbereitungen waren ja die gleichen. Ich denke auch nicht, dass die Matura in den vergangenen Jahren so viel einfacher war, sondern führe dieses Ergebnis vor allem auf die Formulierung der Themenstellung zurück“, erklärt die Schulleiterin. Sie verwies zugleich auf die ausstehenden Kompensationsprüfungen, die noch die Möglichkeit bieten, ein Nicht Genügend auszubessern.

Ehmayr spricht sich dafür aus, in Zukunft bei der Mathematik-Matura den Teil A zu zentralisieren, die Fragestellungen des Teils B allerdings an der Schule auszuarbeiten. „So könnte man wesentlich individueller unterrichten und die Lehrkräfte könnten vermehrt Schwerpunkte setzen. Andernfalls entsteht eine sehr große Fülle an Lehrstoff, die auf die Schüler zukommt. Diese stehen im fünften Unterrichtsjahr aber ohnehin unter sehr großem Druck.“

Direktor Josef Wagner vom Stiftsgymansium Seitenstetten erklärt auf NÖN-Nachfrage, dass man noch den Juni für eine Analyse abwarten müsse. Die Ergebnisse würden jedoch „im Durchschnitt“ der Vergangenheit liegen.