Zwei Cluster ließen Zahlen steigen . Bezirk Amstetten wurde von Gelb auf Rot geschaltet. In St. Peter und Neuhofen an der Ybbs gibt es viele Infizierte, aber auch in der Stadt Amstetten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 27. Oktober 2020 (14:00)
Symbolbild
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Der Bezirk wurde von der Corona-Kommission am Donnerstag der Vorwoche von Grün direkt auf Rot geschaltet. Anlass dafür war eine hohe Infektionsrate: In den letzten sieben Tagen lag sie bei 217,9 Personen bezogen auf 100.000 Einwohner. Am Montag gab es im Bezirk 309 Personen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden.

Die rote Ampel bedeutet zusätzlich zu den österreichweit geltenden Regeln noch strengere Maßnahmen für Kindergärten , Krankenhäuser und Pflegeheime. In Spitälern werden auf Geburten-, Kinder- sowie auf Palliativ-Stationen Besuche eingeschränkt. In Pflegezentren sind täglich maximal zwei Besuche mit je zwei Personen möglich. Kindergärten bleiben offen. Es wird Eltern jedoch empfohlen, Kinder zuhause zu betreuen. Die geplante Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr gilt nicht. Die Sperrstunde bleibt bei 1 Uhr.

Beigetragen zu diesem rasanten Anstieg der Infektionen haben zwei Cluster im Bezirk – einer rund um das Seniorenheim in St. Peter in der Au. Dort sind inzwischen 38 Bewohner und 23 Mitarbeiter positiv getestet worden. Ein zweiter Cluster ist auf eine Primiz am 11. Oktober in Neuhofen an der Ybbs zurückzuführen. In der Gemeinde gibt es derzeit 35 aktive Fälle. Wie viele tatsächlich auf die Primiz zurückzuführen sind, ist unklar. Die Infektionswelle könnte ihre Ursache durch zu engen Kontakt von Musikern nach Ende der Primiz haben.

Aber auch im Pflege- und Betreuungszentrum Mauer greift der Virus um sich. Dort sind 21 Personen infiziert.

Coronaalarm auch im Stift Seitenstetten

Coronaalarm gab es in der Vorwoche zudem im Stift Seitenstetten. Weil ein Pater positiv auf Covid-19 getestet wurde, haben sich am Donnerstag alle Mitbrüder in Quarantäne begeben. Es wurden im Covent auch Tests durchgeführt, die alle negativ verliefen. Ein Ergebnis steht noch aus. Die Quarantäne der Mitbrüder läuft im Laufe der Woche an unterschiedlichen Tagen aus. Auch in der Stadt Amstetten ist die Zahl der Infektionen auf 57 gestiegen, obwohl kein spezieller Cluster gemeldet wurde. Laut Bezirkshauptfrau Martina Gerersdorfer passieren viele Ansteckungen im privaten Bereich. Sie fordert daher die Bürger auf, die geltenden Coronaregeln strikt einzuhalten.

In der Statutarstadt Waidhofen leuchtet die Coronaampel weiterhin grün. Das täuscht etwas darüber hinweg, dass auch hier die Neuinfektionen mit Covid-19 in den letzten Tagen stark angestiegen sind. Während am Montag noch sechs Personen an Covid-19 erkrankt waren, waren es am Freitag bereits 21 Personen. Zuletzt hielt man bei 22 Erkrankten.

Im Pflege- und Betreuungszentrum Waidhofen stieg die Zahl der positiv auf Covid-19 getesteten Mitarbeiter auf vier. Bewohner sind bislang nicht erkrankt.

Wie die NÖN berichtete, mussten zuletzt auch zwei Klassen der HTL Waidhofen in Heimquarantäne geschickt werden, weil ein Lehrer positiv auf Covid-19 getestet worden war. Fünf Schüler wurden mittlerweile positiv auf das Virus getestet.