86-Jähriger zückte Ochsenziemer

Opa bedrohte im Streit seinen Enkelsohn und landete vor Strafrichter. Es setzte Geldbuße.

Erstellt am 16. Dezember 2019 | 09:00
Lesezeit: 1 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Aggressiv Aggression Drohung Gewalt Faust Symbolbild
Symbolbild
Foto: Shutterstock, AFPics

„Das kommt auch nicht alle Tage vor, dass ein Enkerl seinen dementen Großvater anzeigt“, sagt ein Strafrichter in einem Prozess gegen einen 86-Jährigen.

Anzeige

Im Disput soll der Pensionist aus dem Bezirk Melk seinen Enkelsohn (20) bedroht haben. Zum Streit sei es gekommen, „weil er ständig den Hund füttert. Deswegen gab es schon öfters Diskussionen“, erzählt der 20-Jährige im Prozess am Landesgericht. „Ich hab’ ihm gesagt, dass er uns nicht sekkieren soll. Da ist er zuerst mit einem Messer dahergekommen, dann hat er mit einem Ochsenziemer zum Schlag ausgeholt. Ich hab’ den Ochsenziemer abgefangen“, setzt das Enkerl fort.

Ob der 20-Jährige glaubt, dass sein Großvater an Demenz leidet? „Das schließe ich aus, es ist Bösartigkeit“, mutmaßt er.

Nach dem Vorfall wurde der 86-Jährige von Zuhause weggewiesen und in einem Pflegeheim untergebracht. Nach Weihnachten darf er wieder heim. „Davor fürcht’ ich mich“, sagt das Enkerl.

Was der Opa zum Vorwurf der gefährlichen Drohung und versuchter Körperverletzung sagt? „Ich habe einen Fehler gemacht“, bedauert er. Und erzählt: „Dem Hund hab’ ich ein rohes Ei gegeben. Er hat’s halt gern mögen.“

Bestraft wird der 86-Jährige nicht. 450 Euro Geldbuße muss er berappen. Kontaktverbot verhängt der Richter keines: „Das ist absurd. Das würde dem Angeklagten die Möglichkeit geben, dort zu wohnen, wo er ein Wohnrecht hat“, sagt er.