Rinderseuche: Zwölf Höfe gesperrt

Erstellt am 09. März 2015 | 09:22
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Rind Kuh SYMBOLBILD
Foto: NOEN, zVg
Die Folgen von IBR/IPV bekommen auch die Landwirte im Bezirk zu spüren. Krankheitsfälle gibt es aber zum Glück (noch) keine. Sperren sind Vorsichtsmaßnahmen.
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Seit 15 Jahren galt die Rinderseuche IBR/IPV eigentlich als ausgerottet. Im Jänner sind erste Seuchenfälle in Tirol aufgetaucht. Viehhändler haben das Virus offenbar aus dem Ausland eingeschleppt. Im Bezirk gibt es zwar noch keinen aktuellen Krankheitsfall, dennoch sind zwölf Höfe gesperrt.

Tiere dürfen nicht an Versteigerungen teilnehmen

„Es handelt sich um eine Vorsichtsmaßnahme, weil Tiere dieser Höfe in Kontakt mit möglicherweise infizierten Tieren kamen“, sagt Bezirkshauptmann Martina Gerersdorfer. Blutuntersuchungen in den nächsten Wochen werden zeigen, ob Rinder erkranken.

Die Betriebe dürfen keine Tiere verkaufen und natürlich auch nicht an Versteigerungen teilnehmen. Bezirksbauernbundobmann Andreas Pum hofft, dass die Sperre bald aufgehoben wird. „Denn natürlich bedeutet die Sperre für die Mastbetriebe einen finanziellen Schaden, wenn sie nicht handeln können.“

Die Krankheit ist für den Menschen zwar absolut ungefährlich und hat auch keinerlei Auswirkungen auf Fleisch- oder Milchqualität, sie ist aber für Rinder hoch ansteckend. Symptome sind unter anderem Milchrückgang, hohes Fieber sowie Nasenausfluß, Tränenausfluß und Speicheln

„Mussten keinen einzigen Züchter wegschicken“

Die Rinderseuche IBR/IPV hatte in den letzten Wochen auch Auswirkungen auf die Viehmärkte. Kälbermärkte in der Berglandhalle bei Wieselburg und in Zwettl wurden verschoben, der Kuhfrühling in Zwettl abgesagt.

Am Donnerstag fand in der Berglandhalle der erste Kälbermarkt statt, bei dem die Züchterihr untersuchtes und gesundes Vieh laut Verordnung des Gesundheitsministeriums anmelden mussten. „Es hat von der Organisation perfekt geklappt. Wir mussten keinen einzigen Züchter wegschicken. Damit können wir auch garantieren, dass unsere Marktplätze absolut IBR-frei sind. Das ist für alle Seiten enorm wichtig“, freute sich NÖ Genetik-Geschäftsführer Gernot Ruth.

Zwar waren es am Donnerstag mit rund 530 Kälbern um rund 150 weniger Tiere als bei normalen Märkten in Bergland, doch dafür war der Kilopreis sehr gut. „Der Durchschnittspreis lag bei 4,64 Euro pro Kilo, um 40 Cent höher als beim letzten Markt“, schildert Ruth.

Schon diesen Donnerstag gibt es den nächsten Kälbermarkt in der Berglandhalle, eine Woche später steht dann die erste Großviehversteigerung am Programm. „Da rechnen wir mit keinen Problemen, da bei den Rindern ohnehin Anmeldepflicht gilt“, sagt Ruth.

Auch die Erlauftaler NÖN berichtet:

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