Gefährliche Drohung gegen Amtsvormund

Erstellt am 28. Juli 2014 | 11:09
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BH Amstetten Bezirkshauptmannschaft
Foto: NOEN, Kovacs
Mann bedrohte Beamten mit Umbringen – kein Einzelfall. Security und Polizei sorgen für die Sicherheit.
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Wenn es um das Besuchsrecht für Kinder geht, dann liegen die Nerven schnell einmal blank. So vergangene Woche auch bei einem 55-Jährigen aus Ybbs, der einen Amtsvormund (43) aus Ulmerfeld-Hausmening mit dem Erschießen bedrohte, sollte er nach dem Urlaub sein Kind aufgrund einer amtlichen Verfügung nicht sehen dürfen.

Mit Zeigefinger und Daumen Pistole nachgeahmt

Drei Mal stieß er die Drohung aus und ahmte dabei auch mit Zeigefinger und Daumen eine Pistole nach. Schließlich verließ er die Behörde. „Da der Mann aber amtsbekannt ist, haben wir die Polizei eingeschaltet. Man kann solche Vorfälle nicht auf die leichte Schulter nehmen“, sagt Bezirkshauptmannstellvertreter Günter Stöger. Der Mann wurde schließlich auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert.

Die Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft sind natürlich auf mögliche Bedrohungen vorbereitet. „Ob in der Strafabteilung oder am Jugend- oder Sozialamt – immer sind da viele Emotionen im Spiel. Unsere Leute sind zwar sehr um Deeskalation bemüht, ganz ausschließen kann man derartige Vorfälle aber natürlich nicht“, sagt Stöger.

Sicherheitsdienst und enge Zusammenarbeit mit Polizei

Eine Schleuse wie beim Bezirksgericht gibt es beim Eingang der Behörde zwar nicht, aber Sicherheitsvorkehrungen werden natürlich getroffen. So ist mehrmals wöchentlich zu verschiedenen Zeiten ein Sicherheitsdienst im Haus unterwegs. Und auch mit der Polizei wird eng zusammengearbeitet.

„Wenn es heikle Fälle gibt, dann werden wir schon im Vorfeld informiert und schicken auch präventiv Leute zur Bezirkshauptmannschaft“, berichtet Chefinspektor Ferdinand Humpl vom Bezirkspolizeikommando. Telefonisch stehe man ohnehin regelmäßig miteinander in Kontakt.

Und für Krisensituationen gäbe es natürlich auch diverse andere Sicherheitseinrichtungen, über die öffentlich aber keine Angaben gemacht würden. „Wir wollen ja niemand vorwarnen. Klar ist aber auch: Durch die geringe Distanz zwischen Polizeiinspektion und BH sind wir im Ernstfall sehr schnell zur Stelle.“


Drohungen

  • Im Juni 2010 traf bei der Behörde an einem Wochenende per E-Mail ein anonymes Drohschreiben ein. Es wurde am Montag bei Dienstbeginn von einem Mitarbeiter entdeckt, der sofort Alarm schlug. Daraufhin wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Es dürfte sich um einen üblen Scherz gehandelt haben.

  • Ein Landwirt soll im Oktober 2013 gegenüber Beamtinnen der Veterinärabteilung der Bezirkshauptmannschaft gefährliche Drohungen ausgestoßen haben. Vor Gericht konnte er sich nicht daran erinnern, entschuldigte sich aber für den Fall, dass er es getan habe. Gegen die Ableistung von hundert Stunden gemeinnütziger Arbeit wurde das Verfahren eingestellt.


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