Adersdorf: Baugründe wurden gewidmet. Gemeinderat änderte Raumordnungsprogramm. In Biberbach wird um Kunden für Fernwärmeprojekt geworben.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 23. Dezember 2020 (03:18)
Bürgermeister Fritz Hinterleitner (VP): „Kompromiss stellt niemand ganz zufrieden!“
Gemeinde

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montag der Vorwoche die angekündigte Änderung des Raumordnungsprogrammes bei der Siedlung Adersdorf beschlossen. Konkret wurde südwestlich der Straße eine Fläche von 5.895 Quadratmetern als „Entwicklungsfläche“ und nordöstlich der Straße eine Fläche von 6.111 Quadratmetern als Bauland gewidmet (etwa sechs Parzellen).

In der Siedlung stieß das Vorhaben im Vorfeld bei etlichen Bewohnern ja auf Gegenwehr. Der Verein „Umwelt, Kultur und Nachhaltigkeit“ kritisierte, dass durch die Widmung neuer Gründe eine Zersiedlung stattfinde und unnötige Naturräume verbraucht würden. Bedenken äußerten die Bürger auch bezüglich Wasserversorgung und öffentlichem Verkehr. Nach einer Bürgerversammlung im Gasthaus Kappl hat die Gemeinde daher das ursprünglich zur Umwidmung vorgesehene Areal um mehr als die Hälfte reduziert.

Bürgermeister Fritz Hinterleitner verweist auf ein Gutachten der Ingenieurkanzlei IKW über die Entwässerung der Flächen, die künftig zur Verbauung freigegeben werden sollen. „Mithilfe eines Drain-Garden-Systems, das wir dort planen, erreichen wir mit relativ moderaten Mitteln und ohne Rückhaltebecken eine Retention für ein 30-jähriges Hochwasser. Das geht aus den Berechnungen deutlich hervor“, sagt der Ortschef. Bezüglich Verkehrsaufkommen hätten zudem Zähldaten der Straßenbauabteilung ergeben, dass bei Adersdorf nur ein geringes bis sehr geringes Verkehrsaufkommen herrsche. Das werde sich auch durch die künftigen neuen Siedler nicht dramatisch ändern.

Hinterleitner bedauert, dass in den Gesprächen mit der Bürgerinitiative keine Einigung gab. „Wir haben ja unseren Kompromissvorschlag mit der reduzierten Fläche mit ihren Vertretern diskutiert, es wurden aber immer weiterführende Forderungen gestellt“, sagt der Ortschef. Er verweist auch darauf, dass dem Gemeinderat bislang keine Unterschriftenliste vorgelegt worden sei, obwohl es eine solche ja geben soll.

Letztendlich habe, sagt Hinterleitner, der Gemeinderat nun im Interesse der gesamten Kommune und unter Einbeziehung der Stellungnahmen der Anrainer und von vielen Fachgutachten eine Entscheidung getroffen. In einem Schreiben des Gemeinderats an die Adersdorfer wurden diese auch darüber informiert. „Es ist uns bewusst, dass ein Kompromiss keine Seite vollständig zufriedenstellt, aber die Alternative wäre es, einen Konflikt weiter schwelen zu lassen und das wäre für alle Beteiligten noch unerfreulicher“, heißt es darin.

Kaufvertrag soll bis Februar stehen

Ein anderes wichtiges Thema, das in Biberbach derzeit die Gemüter bewegt, ist der Verkauf der Fernwärmeanlage an die Seitenstetten Fernwärme GmbH von Paul Latschenberger. Er will die Anlage sanieren und auch das Leitungsnetz erneuern. Kosten: rund 4,5 Millionen Euro. Der Beitrag der Fernwärmebezieher liegt bei rund 3.600 Euro, was natürlich wenig Begeisterung auslöst. „Es ist dennoch die beste und kostengünstigste Lösung für die Wärmebezieher. Die Gemeinde könnte so ein Projekt nicht stemmen“, sagt der Bürgermeister.

Derzeit machen die Vertreter der Fernewärme GmbH Hausbesuche, um die Kunden von den Vorteilen ihres Projekts zu überzeugen. Sinn macht es nur, wenn viele die Verträge verlängern. Die Gespräche sollen im Jänner abgeschlossen werden. Spätestens Anfang Februar soll der Kaufvertrag zwischen Gemeinde und Seitenstetten Fernwärme GmbH unter Dach und Fach sein, damit das Projekt starten kann.