Ein Brettspielemacher mit viel Liebe zum Detail. Der Biberbacher Franz Ramskogler baut seit 30 Jahren wunderbare Brettspiele aus Holz.

Von Heribert Hudler. Erstellt am 04. Februar 2021 (05:16)
Spielen gerne „Fuchs und Henne“ mit einem selbst gefertigten Holzspiel: Heidi Ramskogler mit Elisa, Marie und Daniela Hofschwaiger und Franz Ramskogler.
Hudler

„Bereits als Kind fühlte ich mich zu dem genialen Werkstoff Holz hingezogen“, berichtet der gelernte Betriebselektriker Franz Ramskogler. „Vor etwa 30 Jahren hat mich dann jemand gefragt, ob ich nicht eine kaputte Tischkreiselbahn reparieren könnte. Sie war aber zu desolat, daher habe ich einfach eine neue gebaut. So hat alles begonnen!“

Ybbsitzer Käufer hatte gleich weitere Interessenten dabei

Die handwerklichen Herausforderungen, die sich dabei stellten, meisterte er mit Akribie und Geduld. Einen Kreisel so zu konstruieren, dass er sich auch mit einer entsprechenden Umdrehungszahl bewegt und nicht von der Bahn abkommt, ist nämlich eine gefinkelte Aufgabe.

Aus einer Kreiselbahn wurden inzwischen mehr als 100 Stück aus verschiedenen Holzarten gefertigt. „Die Tischkreiselbahnen waren früher ein beliebtes Spiel in den Gasthäusern und auch in den Wohnzimmern“, berichtet Ramskogler. Zu seinem Repertoire gehören inzwischen auch andere Klassiker: Mühle, Mensch ärgere dich nicht, Fuchs und Henne und ein Zahlenklappbrettspiel und andere mehr.

Weil diese Spiele – aus Holz gefertigt – eigentlich nirgendwo mehr zu haben waren, begannen Ramskogler und seine Frau, sie beim Adventmarkt in Biberbach und einige Jahre später auch in Ybbsitz zu verkaufen – und sie fanden sofort reißenden Absatz.

Der Spielemacher erinnerte sich an eine nette Episode in Ybbsitz. „Ein Mann bestellte schon im Jahr zuvor eine Tischkreiselbahn. Als ich dann am Weihnachtsmarkt meine Spiele aufstellte, stand er gleich vor mir, allerdings mit drei Freunden, die auch eine haben wollten“, berichtet der Biberbacher.

Zum Glück hatte er damals einige Tischkreiselbahnen mitgenommen, sodass er alle Wünsche erfüllen konnte. Was Ramskoglers Holzspiele so einzigartig macht, ist die Liebe zum Detail – wie zum Beispiel beim Brettspiel „Fuchs und Henne“. Die Hennen werden gedrechselt und danach so geschliffen, dass sie auch wie Hennen aussehen.

„Miteinander spielen, ist eine wertvolle Zeit“

Aufgrund ihres einzigartigen Erscheinungsbildes und der enormen Langlebigkeit sind seine Spiele auch nach 30 Jahren bei den Kunden noch immer sehr begehrt. Im Vordergrund seiner Arbeit stehen für Ramskogler Mensch und Natur.

„Wir alle sollten im Einklang mit der Natur arbeiten, um uns unserer Wurzeln wieder bewusst zu werden“, philosophiert er und betont auch: „Wenn wir in unseren Familien spielen, ist das eine besondere und wertvolle Zeit, die wir miteinander verbringen und die uns allen guttut.“

Seit seiner Pensionierung – er war Betriebselektriker bei BMW in Steyr – hat der Biberbacher noch mehr Zeit für den Bau seiner Spiele. Im Vorjahr konnte er sie aufgrund der Corona-Pandemie zwar nicht bei Adventmärkten zum Verkauf anbieten, aber das macht ihm nichts aus: „Viele wissen ja, dass ich Holzspiele verschiedenster Art auf Lager habe, und rufen ganz einfach an, um eines zu erwerben“, sagt Ramskogler.