Fernwärme: Filter oder gleich Neubau?. Gemeinde diskutiert mit Experten in alle Richtungen. Noch heuer soll eine Grundsatzentscheidung fallen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 29. Januar 2019 (04:02)
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Alle Parteien sind sich einig, dass die Fernwärme-Heizkosten ausgeufert sind – und alle heften sich den Erfolg auf die eigene Fahne. Gespräche mit WienEnergie laufen.
NOEN, Stadtgemeinde

In Sachen Fernwärmewerk gibt es derzeit in Biberbach eine Diskussion ohne Denkverbote. „Vom Einbau neuer Filteranlagen bis zu einem völligen Neubau der Anlage ist alles im Gespräch“, sagt Bürgermeister Fritz Hinterleitner. Fix ist, dass man in den nächsten Jahren zumindest den Staub- und Kohlenmonoxidausstoß minimieren muss. Es gibt im Umweltministerium einen Entwurf für eine Verordnung, der eine Verschärfung der Grenzwerte zum Inhalt hat. Wann er in Kraft treten wird, ist aber noch nicht klar.

Möglich wären in Biberbach zwei Varianten. Eine Elektrofilteranlage einzubauen wäre vermutlich einfacher, würde aber viel Geld kosten und diese wäre auch in der Erhaltung teuer. „Wir tendieren daher eher zu einer Rauchgaskondensationsanlage, mit der wir auch Wärme zurückgewinnen würden. Die Investition würde sich also amortisieren“, sagt der Ortschef. Man habe sich schon in Salzburg eine Reihe derartiger Anlagen angesehen und werde auch noch weitere besuchen.

Bevor sie neue Filter anschaffen, müssen die Biberbacher aber eben eine Grundsatzentscheidung treffen, wie es mit der Anlage überhaupt weitergehen soll. Da geht es vor allem um die Wirtschaftlichkeit, also ob es sich wirklich rentiert, bei der doch schon alten Anlage neue Filter einzubauen.

Neubau würde rund 1,5 Millionen kosten

Ein Neubau würde voraussichtlich rund 1,5 Millionen Euro kosten. Es müsste dafür auch ein neuer Standort gewählt werden, weil die alte Anlage ja nicht stillgelegt werden kann, bevor die neue in Betrieb geht. Auf jeden Fall würde ein neues Fernwärmwerk, auch wenn das im Sinne des Ortsbildes ist, wohl nicht mehr unterirdisch errichtet, weil das die Wartung zu sehr verkompliziert. „Wir sind derzeit mit Experten im Gespräch. Wir wollen das alles genau planen und dann die bestmögliche Entscheidung treffen. Die Umsetzung könnte in den Jahren 2020/21 erfolgen“, sagt Hinterleitner.