AK-Bezirksstelle Amstetten holte 4,15 Millionen Euro für Mitglieder

Erstellt am 24. März 2023 | 08:00
Lesezeit: 3 Min
Arbeiterkammer Amstetten Bilanz 2022
AK-Bezirksstellenleiter Herbert Grurl (l.) und Kammerrat Helmut Novak berichteten über den Einsatz und die Erfolge der Arbeiterkammer im Jahr 2022.
Foto: Thomas Lettner
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Herbert Grurl, der Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer Amstetten, und Kammerrat Helmut Novak blickten auf das Jahr 2022 und die Erfolge im Einsatz für betroffene Arbeitnehmer zurück.

21.828 Menschen wandten sich im vergangenen Jahr an die AK-Bezirksstelle Amstetten. „Manchmal ging es nur um rasche Auskünfte zu arbeitsrechtlichen Fragen. Im Sozialrecht drehte sich ein großer Teil der Anfragen um Probleme bei Pensionsansprüchen oder Krankengeld“, berichtete Grurl. In 7.830 Fällen waren jedoch Beratungen und Unterstützungen durch AK-Experten gefragt. „Beispielsweise mussten wir für die Betroffenen vor Gericht ziehen und ihnen zu einer Schwerarbeits- oder Invaliditätspension verhelfen“, sagte der Bezirksstellenleiter. Rund 60 Prozent der Fälle konnten außergerichtlich geklärt werden. Insgesamt hat die Bezirksstelle Amstetten im Vorjahr rund 4,15 Millionen Euro für die Arbeitnehmer aus der Region gesichert. 2,9 Millionen Euro an Leistungen wurden im Arbeits- und Sozialrecht eingebracht. Der Rest beläuft sich auf Dienstleistungen, die auf der Bezirksstelle erbracht wurden.

Entgeltverlust durch Invalidität

Als Beispiel für eine erfolgreiche Intervention der Arbeiterkammer erwähnte Grurl einen 57-jährigen Arbeitnehmer aus dem Bezirk Amstetten, der seit fünfzehn Jahren als Dreher in der Industrie beschäftigt war. Nach mehreren Operationen und den damit verbundenen langen Krankenständen war er völlig ohne Bezüge, da Entgeltfortzahlung und Krankengeldbezug abgelaufen waren. Auch vom Unternehmen erhielt der Arbeitnehmer keine Bezüge mehr, da sein Dienstverhältnis zwar nicht gekündigt wurde, er aber karenziert war. Weil der Dienstnehmer den Bescheid über die Ablehnung der Invaliditätspension stark verspätet erhielt, konnte er erst nach vielen Wochen das Sonderkrankengeld beantragen, weshalb für ihn ein uneinbringlicher Entgeltverlust eintrat. Die AK Niederösterreich riet ihm, den Bescheid durch eine sofortige Protokollarklage beim Arbeits- und Sozialgericht anzufechten, damit er bei der österreichischen Gesundheitskasse Sonderkrankengeld beantragen konnte. Das Verfahren läuft noch.

Niederösterreichweit 44,9 Millionen Euro erkämpft

145.000 Arbeitnehmer haben 2022 die Hilfe der Arbeiterkammer NÖ wegen Problemen am Arbeitsplatz gesucht. In den häufigsten Fällen ging es um die Überprüfung des Lohns oder Gehalts. Darauf folgten Probleme beim Ende des Arbeitsverhältnisses oder Fragen zur Karenz. Ein großer Teil entfiel auch auf Anfragen bei Problemen rund um Pensionsansprüche, ums Krankengeld oder bei Verfahren rund ums Pflegegeld. „Wir haben 44,9 Millionen Euro für die Betroffenen an Nachzahlungen erkämpft“, sagte Kammerrat Helmut Novak. Der Großteil waren ausstehende Löhne und Gehälter, nicht bezahlte Urlaubs- oder Kündigungsentschädigungen und Abfertigungen, die den Betroffenen zu Unrecht vorenthalten wurden, sowie Pensionen oder Pflegegeldzahlungen. „Teilweise passieren Fehler in den Lohnverarbeitungsprogrammen. Manche Unternehmen 'vergessen' aber auch gerne auf ausstehende Urlaubstage“, erklärte Novak.

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