Schaumgebremste Saison für Amstettner Freibäder. Insgesamt rund 48.000 Badegäste. Corona und das durchwachsene Wetter bescherten Naturbad und Heidebad in diesem Sommer eine Besucherminus von rund 35 Prozent.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 02. September 2020 (04:52)
Der Babyelefanten-Abstand war und ist aufgrund der Coronakrise natürlich auch im Naturbad Amstetten notwendig (von links): Badewart Mario Jandl, Badewartin Elisa Berger, Betriebsleiter Reinhard Walter und Badewartin Christa Spindelberger.
AVB

„Dieser Sommer kann in keiner Weise mit anderen verglichen werden“, sagt Reinhard Walter, Betriebsleiter der Amstettner Bäder. „Denn aufgrund der Covid-19-Pandemie durften wir erst unmittelbar vor dem Pfingstwochenende die Badesaison beginnen.“ Hinzu kamen strenge behördliche Auflagen wie etwa Besucherbeschränkungen, Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, Abstandsregeln und andere allgemeine Hygiene-Vorgaben. All dies hatte laut Walter Auswirkungen auf den Badebetrieb im Naturbad Amstetten und im Heidebad Hausmening. „Einerseits musste sichergestellt werden, dass im Hallenbad nur maximal 85 Personen Zutritt erhielten, was eine Trennung Hallenbad- und Freibadbetrieb notwendig machte. Andererseits musste der Besucherstrom so gelenkt werden, dass der sogenannte Babyelefanten-Abstand eingehalten werden konnte. Dies hatte wiederum Auswirkungen auf die Tarifgestaltung, da aufgrund der Zugangssituation sowie der Besucherbeschränkung anfangs keine Saisonkarten angeboten werden konnten.“

Die wohl größte Herausforderung für das Bäderpersonal war allerdings gegenüber den Besuchern auf die Coronaregeln zu pochen. „Speziell die Einhaltung der Abstandsregeln bei Rutschen und den Sprungtürmen haben uns ziemlich gefordert“, berichtet Reinhard Walter. „Leider mussten wir auch feststellen, dass etliche Besucher mit dem Thema Eigenverantwortung Probleme hatten. Die Gäste waren teilweise sehr uneinsichtig, was in Einzelfällen sogar in Aggressivität mündete.“

Wetter war auch kein guter Partner für Bäder

Auch das Wetter war im heurigen Sommer kein verlässlicher Partner. Im Juni gab es nur wenige Freibadtage. Erst im Juli und August kamen dann doch einige Schönwetterperioden. „Insgesamt gesehen verhielt sich der Bäderzulauf jedoch auf Grund von Corona doch etwas schaumgebremst“, zieht Reinhard Walter Bilanz. „Bis zum Ende der Saison liegen unsere Erwartungen bei rund 48.000 Badegästen, was im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 35 Prozent ergibt. Den größten Andrang verzeichneten beide Bäder am 28. Juli – dem heißesten Tag des Jahres – mit insgesamt 1.700 Besuchern.“

Die Amstettner Freibäder sind planmäßig noch bis einschließlich Sonntag, 6. September, geöffnet. „Für den Fall einer konstanten Schönwetterlage könnte es eine kurzfristige Saisonverlängerung geben“, meint Walter.

Übrigens: Nachdem im Naturbad die Revision während der Corona-Schließung durchgeführt wurde, startete die Hallenbadsaison heuer bereits am 8. September.