Bezirk Amstetten: Bereits 55 Ukrainer in den Schulen

Erstellt am 25. März 2022 | 13:28
Lesezeit: 3 Min
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Derzeit läuft in den Schulen viel Unterricht als Online-Unterricht. In der Sportmittelschule Waidhofen erarbeitete am Freitag die 3a-Klasse in einem Workshop der Demokratiewerkstatt des Parlaments online das Thema Medien.
Foto: NÖN
Corona-Testung, hybrider Unterricht und Klassenschließungen treiben Belastbarkeit von Lehrern und Schulbetrieb an Grenzen. Bald kommen Hunderte Kinder aus der Ukraine dazu, die es zu unterrichten gilt.
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Die Masken in der Schule bleiben, mehrmalige Corona-Tests in der Woche auch. Das macht das Unterrichten und das Lernen nicht leichter. Nun kommen bald Hunderte ukrainische Flüchtlinge im Schulalter dazu, um die sich Lehrer kümmern müssen.

„Die Lage in den Schulen ist problematisch, da gerade jetzt viele Lehrer ausfallen oder in Quarantäne müssen“, sagt der Leiter der Außenstelle der Bildungsdirektion im Mostviertel, Josef Hörndler. „Es gab vergangene Woche Schulen, wo nur mehr ein Lehrer im Dienst war“, erzählt Hörndler, „etwa in der Volksschule Konradsheim.“

Mit der Anheuerung von Studenten helfe er sich jetzt aus oder mit der kurzzeitigen Versetzung von Lehrern. An so gut wie allen Schulen fallen derzeit viele Vertretungsstunden an.

Bereits 55 Kinder aus der Ukraine in den Schulen

„Trotzdem bemühen sich die Schulen, Veranstaltungen abzuhalten, Skikurse und Wien-Wochen durchzuführen oder Schwimmtage umzusetzen. Das Engagement an den Schulen ist groß“, sagt Hörndler. Während man beim Corona-Regime zumindest teilweise bereits Routine entwickelt hat, kommt schon die nächste Herausforderung auf den Schulbetrieb zu: Flüchtlingskinder aus der Ukraine, die unterrichtet werden sollen. 55 Kinder sind in den Schulen der Bildungsregion schon angekommen, Hunderte warten auf eine Schulzuweisung. Die Direktorin der Volksschule Werkstraße in St. Valentin, Barbara Aschauer, antwortet mit einer guten Nachricht: „Der erste ukrainische Junge, der zu uns in die Schule gekommen ist, ist Bogdan aus Odessa. Er ist neun Jahre alt und bereits gut von den Klassenkameraden angenommen.“

Der Bub nimmt in der Früh über Internet zwei Stunden am Unterricht in seiner Heimatschule in Odessa teil, danach am Unterricht in der Volksschule Werkstraße. Ihm und seiner Familie schwappte eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. „Eltern bringen unaufgefordert Schulsachen für ihn, jede Klasse veranstaltet eine Schuljause für die Flüchtlingshilfe“, sagt Aschauer.

Ähnliches berichtet Direktorin Ulrike Bauer aus St. Leonhard/Walde. „Oleg kommt aus Kiew, ist sieben Jahre alt und teilweise im Online-Unterricht mit seiner Schule in Kiew, zum Teil vor Ort im Unterricht. „Er und seine Mutter verbrachten sechs Tage im Keller, bevor sie mit dem Auto nach Österreich flohen. Der Vater und der 19-jährige Bruder durften nicht ausreisen“, erzählt Bauer.

Im Gasthaus Harreither sind bereis 60 Flüchtlinge untergebracht, darunter jene russischen und ukrainischen Waisenkinder, die im Februar auf Einladung des Parlamentspräsidenten Wolfgang Sobotka auf der Forsteralm Skifahren gelernt hatten. Sie wurden gleich nach Ausbruch des Kriegs wieder nach Österreich geholt.

„In den nächsten Tagen erwarten wir in Scheibbs weitere Familien, darunter rund 30 Kinder“, sagt Hörndler. Der Neo-Valentiner Bogdan spielt jedenfalls mit seinen Freunden bereits Fußball. Das ist eine Sprache, die Gäste und Gastgeber ohne Dolmetsch verstehen.

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