Regionalmusikschule Amstetten: Tradition trifft auf Moderne

Erstellt am 16. Februar 2022 | 03:41
Lesezeit: 4 Min
Der Blasmusikverband Niederösterreich feiert 70-jähriges Jubiläum. Die NÖN stellt jede Woche eine Mitgliedskapelle vor.
Werbung
Anzeige

Der Niederösterreichische Blasmusikverband (NÖBV) ist ein überparteilicher, ehrenamtlicher Verein mit über 25.000 aktiven Musikern. In den regionalen Musikschulen werden über 10.000 Kinder und Jugendliche für die Musikvereine ausgebildet.

Dass Blasmusik in Niederösterreich einen hohen Stellenwert hat, bestätigt auch Markus Baumann, Direktor der Regionalmusikschule Amstetten: „Blasmusik spielt eine zentrale Rolle, da sie, stilistisch-vielfältig und bei zahlreichen Veranstaltungen gefragt ist, und sowohl indoor als auch outdoor ohne weiteren Aufwand aufgeführt werden kann.“

Das Alter und die Beweggründe für den Beitritt zu einem Musikverein sind bunt gemischt. Oft sind die Eltern bereits aktiv in einer Kapelle tätig, es gibt aber auch Kinder aus Familien, die keinen musikalischen Hintergrund haben. „Der Musikverband ist von Menschen für Menschen. Der ganze Verein ist wie eine große Familie. Man kennt sich auch in den anderen Regionen und die freundschaftlichen Nachbarkapellen helfen regionsübergreifend, wenn beispielsweise Not am Mann ist oder Instrumente zum Ausleihen benötigt werden. Wichtige Gründe für den Beitritt sind sicherlich die Freundschaften unter den Musikanten und der Zusammenhalt“, berichtet Kapellmeister und Musikschullehrer Stefan Jandl.

Das Vereinsleben fördert soziale Kompetenzen

„Das Lernen eines Musikinstruments ist jedoch kosten- und zeitintensiv. Die Kinder aktiver Musiker lernen am ehesten ein Instrument oder wenn es im Freundeskreis Musikinteressierte gibt“, meint Harald Weidinger, Bezirksobmann des Blasmusikverbandes Amstetten. Er ist schon fast 40 Jahre bei einem Musikverein, davon die letzten 21 Jahre als Obmann der Stadtkapelle Haag. Für ihn persönlich hat die Blasmusik eine große Bedeutung. „Seit 2006 bin ich Bezirksobmann. Die Ausübung dieser Tätigkeit war leider aufgrund der Beschränkungen der Regierung in den letzten zwei Jahren nicht möglich. Die Bevölkerung leidet dadurch auch sehr, da es keine Veranstaltungen wie Musikfeste, Konzerte oder dergleichen gegeben hat“, bedankt sich Weidinger – da es in dieser Zeit keine Einnahmen gegeben hat – für die Unterstützung durch Spenden. Der Trend, ein Instrument zu lernen, hat sich in den letzten Jahren verändert. „Früher war es noch etwas Besonderes, wenn man mit der Musikkapelle weggefahren ist und Auftritte gehabt hat. Aufgrund der Zeitintensität wird es immer schwieriger, Jugendliche für einen Funktionärsposten zu begeistern“, erklärt Bezirksobmann Weidinger: „Aber der Beitritt zu einem Verein, egal ob bei einem Musik- oder Sportverein, bringe einen großen Nutzen, denn man fühle sich als Teil eines Ganzen und fördere die Gemeinschaft und das Verantwortungsgefühl.“

Der Zusammenhalt ist wie in einer großen Familie

Direktor Markus Baumann möchte den Kindern die Entscheidung für ein Instrument erleichtern, indem er in seiner Musikschule viele verschiedene Musikinstrumente vorstellt. „Es gibt unzählige Studien, die bestätigen, dass das Erlernen eines Instruments einen positiven Einfluss auf die Entwicklung eines Kindes hat“, erklärt Kapellmeister Jandl die Gründe für das Erlernen eines Musikinstruments. Für ihn ist es vor allem schön mitzuerleben, wenn sich junge Menschen in Musikvereinen engagieren, sich weiterentwickeln und zu einer musikalischen Stütze werden. Der nächste Auftritt des Musikvereins Amstetten mit demTitel „The Las Vegas Show“ ist übrigens für 30. Juni im VAZ St. Pölten geplant.

Weiterlesen nach der Werbung

Umfrage beendet

  • Ist Blasmusik aus eurer Sicht heute noch „angesagt“?