Ärger über Rechnung: „Kein Anreiz zum Energiesparen“. Eine Stromrechnung von 147 Euro bei einem Verbrauch von 0,9 Kilowattstunden stößt Wolfgang Laaber sauer auf.

Von Peter Führer. Erstellt am 06. August 2020 (04:43)
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„Ich bin als ausgewiesener Energiesparer weitum bekannt. Entsprechend ärgere mich über eine in keinem Verhältnis zur Energienutzung stehenden Abrechnung von sage und schreibe 146,91 Euro“, macht Wolfgang Laaber aus Blindenmarkt seinem Ärger Luft. Der Gemeinderat (Liste Freier Wähler) erhielt für sein Grundstück am Ausee III, das laut Laaber seit Jahrzehnten lediglich als Badeplatz privat genützt werde, eine Rechnung mit dieser Summe von der EVN. Und zwar für eine Energienutzung von 0,9 Kilowattstunden im Abrechnungszeitraum (siehe Bild).

„Wie auf jeder Detailabrechnung wird Otto Normalverbraucher mit einer Flut von Abrechnungsposten konfrontiert, die sich auf die Zeitspanne konzentriert und nicht auf den tatsächlichen Energieverbrauch. Wahrlich kein Anreiz zum Einsparen. Meine Abrechnung ist ein beredtes Beispiel, dass den Energieversorgern beziehungsweise dem Staat gar nicht daran gelegen ist, tatsächlich Energie einzusparen“, kann Laaber den hohen Rechnungsbetrag nicht nachvollziehen. Er sieht ein „fragwürdiges Geschäftsmodell“ und will mit dem Schritt an die Öffentlichkeit ähnlich betroffene Bürger von der Unverhältnismäßigkeit einer derartigen Abrechnung in Kenntnis setzen.

Seitens EVN verweist Pressesprecher Stefan Zach auf die gesetzlichen Regelungen. „Es ist in den Gesetzen festgelegt, welche Entgelte anfallen, wenn es einen aktiven Stromanschluss gibt. Der Verbrauch ist tatsächlich sehr gering, daher kann ich den Ärger auch verstehen. Aber es ist eben so, dass, sobald Strom bereitgestellt wird, auch ein Grundpreis enthalten ist.“

Smart Meter als mögliche Lösung

Man könne das durchaus mit einer Mindestabnahmemenge bei der Wasserversorgung vergleichen. Dennoch zeigt Zach Verständnis für Laabers Unmut. Die „Logik der Kosten“, wie Zach formuliert, stimme nicht mehr: „Ich gehe davon aus, dass sich in den nächsten Jahren die gesetzlichen Regelungen ändern werden. Ab Herbst werden Smart Meter, die überall in Niederösterreich eingebaut werden, die Verbrauchsspitzen leichter messbar machen. Ich denke, dass dann gesetzlich geregelt wird, dass Kunden, die weniger Energie verbrauchen, weniger zahlen, und jene, die mehr verbrauchen, mehr.“