Dicke Luft am Ausee 3. Neue Baderegeln sorgen bei Sportlern für Unmut. Anrainer klagen hingegen über Lärmbelästigungen durch Schwimmer bereits zu frühen Morgenstunden.

Von Peter Führer. Erstellt am 22. Juli 2020 (05:01)
Am Ausee 3 in Blindenmarkt gibt es über die Nutzung des Gewässers Meinungsverschiedenheiten zwischen Sportlern und Anrainern.
Führer

Neue Baderegeln am Ausee 3 sorgen bei einigen Sportlern für Unverständnis. „Dass Kraulen eine Lärmbelästigung sein kann, das muss mir einmal einer erklären.

Das Kläffen der Hunde, das Geschrei von spielenden Kindern, das Zwitschern der Vögel, das Rauschen der Bäume, – alles Lärm, der unerträglich ist? Wer veranlasst so einen Wahnsinn? Ticken die noch richtig?“, macht etwa Triathlet Heribert Laaber seinem Ärger Luft.

Stein des Anstoßes sind die neuen Baderegeln, welche die Gemeinde nach Rücksprache mit Anrainern formuliert hat. Diese sollen diese oder nächste Woche ausgehängt werden und beinhalten laut Bürgermeister Franz Wurzer ein Verbot von Neopren-Anzügen und lärmenden Schwimmhilfen.

Ebenfalls wird eine Badezeit von 1. Mai bis 31. August, mit Schwimmzeiten von 8 bis voraussichtlich 21 Uhr festgelegt. „Tatsache ist, dass es Beschwerden gegeben hat. Die Sportler haben seit April, teilweise auch schon um 5.22 Uhr trainiert. Da gibt es auch Aufnahmen. Nachdem die Gemeinde nicht will, dass es bei den Anrainern zum Aufstand kommt, haben wir uns für diese Baderegeln entschieden“, erklärt Ortschef Wurzer.

Zwei Drittel des Ausees sind in Privatbesitz

Generell solle auch auf Lärm verzichtet werden. Man habe kein Problem mit „normalen“ Schwimmern, die Anrainer ärgern sich jedoch über unangemeldete Wettkämpfe und lärmende Trainingseinheiten in den Morgenstunden. Wurzer verweist weiters darauf, dass zwar ein Drittel des Ausees der Gemeinde gehöre, sich die beiden anderen Drittel jedoch in Privatbesitz befinden. Viele würden nicht wissen, dass der See nicht ganz öffentlich ist. „Wir wollen deeskalieren. Das Problem sind nur jene, die rücksichtslos agieren.“

Für die Maßnahmen zeigt Laaber kein Verständnis. „Die Welt steht bald nicht mehr lange bei solch absurden Bestimmungen durch die Politik. Den Eigentümern der zweiten Seehälfte muss ein Diplom für besondere Verdienste um Absurdistan verliehen werden, mit Eichenlaub und Goldrand“, meint er zur Causa.