Herbsttage-Intendant: „Wir sind für Herbst rundum optimistisch“

Erstellt am 10. März 2022 | 06:49
Lesezeit: 4 Min
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Intendant Michael Garschall kündigt für diesen Herbst gleich zwei Produktionen an. Zu sehen sein werden die Operette „Der Graf von Luxemburg“ und „Emil und die Detektive“.
Foto: Herbsttage
Intendant Michael Garschall über die 33. Herbsttage und zwei neue Produktionen.
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NÖN: 2022 gehen die Blindenmarkter Herbsttage in ihre 33. Spielsaison. Für diese sind gleich zwei Produktionen geplant, einerseits Lehárs Operette „Der Graf von Luxemburg“ und Erich Kästners „Emil und die Detektive“. Warum gleich zwei Premieren?

Michael Garschall: Ja, eine umfangreiche Saison steht ins Haus. Mit dem „Graf von Luxemburg“ ist eine große Ausstattungsoperette mit wunderschöner Musik zu erleben (Premiere 7.10.), mit dem „Emil“ ein Familienstück der Sonderklasse (Premiere 23.10.). Unsere „Pippi Langstrumpf“ wurde ja drei Jahre gezeigt, zuletzt in Wien, jetzt braucht es eine Nachfolgeproduktion. Ich verehre Erich Kästner sehr, sein „Emil“ war das erste Kinderbuch, das auch verfilmt wurde. Wir planen eine Fassung mit Musik von Thomas Zaufke, nur Ohrwürmer. Auf der Bühne sind zehn junge, professionelle Darsteller zu erleben, unterstützt von vielen „Detektiven“, den Kindern der Musikmittelschule Blindenmarkt. Über diese Zusammenarbeit freue ich mich sehr. Neben zwei öffentlichen Vorstellungen gibt es eine Reihe an Schulvorführungen, die schon jetzt sehr nachgefragt sind!

Wie fühlt es sich an, wenn die Theater wieder geöffnet werden dürfen und sich die Situation normalisiert hat?

Garschall: Na ja, so ganz „normal“ ist es ja noch nicht, die „Masken“ im Kulturbetrieb sind immer noch eine Herausforderung für viele und die Kartennachfrage ist in vielen Theatern sehr begrenzt. Gott sei Dank nicht in Blima (Blindenmarkt), wir sind ja schon im Vorverkauf.

Vielleicht sagen Sie uns kurz, wie sie die letzten beiden Jahre gemeistert haben und welche Vorkehrungen Sie für dieses Jahr geplant haben?

Garschall: Wir haben in beiden Jahren der Pandemie gespielt, 2020 natürlich sehr reduziert, aber mit großem Erfolg. Unsere Präventionskonzepte haben das Publikum überzeugt und es hat keinen einzigen Zwischenfall gegeben. Natürlich sind die täglichen Testungen für das gesamte Ensemble eine organisatorische und kostenintensive Herausforderung, aber auch das haben wir gemeistert. Für Herbst 2022 sind wir rundum optimistisch, werden uns aber natürlich an alle gesetzlichen Auflagen halten.

Wer wird bei den beiden Produktionen Regie führen?

Garschall: Operettenguru Wolfgang Dosch inszeniert den „Graf von Luxemburg“, er hat das Operettengenre im kleinen Finger, mit seinem Regie-Debüt bei der Operettenrevue 2020 hatte er ja das Publikum schon restlos überzeugt. Unseren „Emil“ übernimmt Christoph Sommersguter von den Vereinigten Bühnen Wien, er hat mit der „Pippi“ einen Sensationserfolg für die „Herbsttage“ eingefahren. Beide sind große Tüftler in ihrem Fach und schätzen die familiäre Atmosphäre in Blindenmarkt.

Wird es auch wieder ein Rahmenprogramm geben?

Garschall: Und was für eins: Die traditionelle Matinee darf nicht fehlen – heuer Hermann Leopoldi gewidmet mit dem Titel „Schön ist so ein Ringelspiel“ mit vielen Blindenmarkter Publikumslieblingen (16.10.). Wir eröffnen mit einem ORF-Radio NÖ Frühschoppen am 2. Oktober. Und ein besonderes Zuckerl gibt es auch noch: Rosenheim Cops-Star Max Müller widmet seinen „Tierisch“-Abend am 13. Oktober dem Hilde-Umdasch-Haus.

Was ist Ihr persönlicher Wunsch für die Zukunft der Herbsttage?

Garschall: Dranbleiben! Am Publikum und an der Operette. Weiterhin neue und junge Stars entdecken und aufbauen. Gerade „Klassik“ muss für alle da sein. Hier haben wir ja mit unserem „Konzert für alle“ Maßstäbe gesetzt. Die Türen müssen weit aufgemacht werden. Heuer wieder am 26. Oktober, nicht nur live in der Halle, sondern auch per Streaming ins Haus geliefert. Und unser Publikum können wir nicht genug wertschätzen. Die „Herbsttage“ haben einen tollen Förderverein und viele Fans im Hintergrund. Das ist schon einmalig!

Das Intendantenmodell wird heiß diskutiert. Braucht es hier ein Umdenken? Gibt es alternative Modelle?

Garschall: Ja, da gibt’s viele Modelle und Zugänge. Vielleicht bin ich ein „Auslaufmodell“, aber dieses bewährt sich schon mehr als drei Jahrzehnte! Mein Aufgabenbereich ist sehr breit: Neben der künstlerischen Gesamtleitung, betreue ich auch Sponsoring und Marketing, mache die Pressearbeit, das Vertragswesen und vieles mehr. Das alles geht nur mit einem Super-Team im Hintergrund und der Rundum-Unterstützung der Marktgemeinde Blindenmarkt. Derzeit gibt es viele „Quereinsteiger“ als Intendanten und Intendantinnen, aber ich bemerke immer wieder, dass die Kollegen oft sehr rasch das Handtuch werfen, da der Job weit über das Repräsentative hinausgeht.

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