Erstellt am 08. Juni 2015, 09:37

von NÖN Redaktion

Horror-Unfall forderte zwei Menschenleben. Auto kam von der Straße ab, überschlug sich und fing Feuer. 64-jähriger Landwirt zog drei verletzte Insassen aus dem Wrack.

Das Auto überschlug sich bei dem Unfall mehrmals, wurde dabei völlig zertrümmert und ging in Flammen auf. Der Lenker und der Beifahrer erlagen ihren schweren Verletzungen. Foto: Feuerwehr St. Georgen  |  NOEN, Knapp Hermann/Feuerwehr St- Georgen

Der Schock über den furchtbaren Verkehrsunfall am Samstagnachmittag auf der L 6018 zwischen St. Georgen/Ybbsfelde und Blindenmarkt sitzt tief. Zwei Todesopfer und drei Schwerverletzte forderte das tragische Unglück. NÖN.at hatte in einer ersten Meldung berichtet:



Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Polizei folgendermaßen: Ein mit fünf jungen Männern – vier Neustadtler und ein Viehdorfer – besetzter Pkw kam in Fahrtrichtung Blindenmarkt kurz vor der Ortseinfahrt bei einer Kurve von der Straße ab.

„Aus dem Motorraum kamen bereits Flammen“

Der Wagen geriet aus noch unbekannter Ursache ins Schleudern, krachte daraufhin gegen den betonierten Verteilerkasten einer Pumpanlage, überschlug sich mehrmals und kam schließlich am Dach zum Liegen. Das Auto fing sofort Feuer.

Einer der Ersten an der Unfallstelle war der 64-jährige Landwirt und pensionierte Landwirtschaftsschullehrer Leopold H. Er kam mit seinem Traktor an der Unfallstelle vorbei.

„Ich sah zuerst nur Rauch. Als ich dann näher hinfuhr, sah ich das Auto am Dach liegen. Aus dem Motorraum kamen bereits Flammen, kleinere noch, aber sie waren ganz klar“, schildert der Blindenmarkter.

Zwei jüngere Männer standen zu diesem Zeitpunkt schon bei der Unfallstelle. Die beiden hatten bereits Rettung und Feuerwehr verständigt.

„Hände, die sich aus dem Fenster streckten“

Als der 64-jährige Landwirt die große Gefahr erkannte, eilte er sofort zum überschlagenen Pkw: „Ich sah zunächst niemanden im Fahrzeuginneren. Es war so dunkel durch den Schatten und auch völlig still. Dann hörte ich allmählich Hilferufe und sah Hände, die sich aus dem Fenster streckten“, beschreibt er.

Einen verletzten Burschen nach dem anderen zog der Landwirt schließlich vom Rücksitz aus dem Wagen. In der Zwischenzeit eilten auch schon weitere Helfer herbei.

„Eine Familie begann, die Verletzten psychologisch zu betreuen. Ein vorbeifahrender Lkw-Fahrer brachte rasch einen großen Feuerlöscher und eine Nachbarin, sie ist Krankenschwester, hat auch sogleich geholfen. Es kamen sofort viele Leute zu Hilfe“, betont Leopold H.

Dennoch kam für den 17-jährigen Lenker und den Beifahrer aus Neustadtl und aus Viehdorf leider jede Hilfe zu spät. Sie erlagen noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen.

Einer der drei Geretteten befand sich zunächst auch in einem sehr kritischen Zustand. Mittlerweile sei er aber außer Lebensgefahr, weiß sein Lebensretter, der noch einen Appell an die Bevölkerung richtet: „Wenn man so etwas erlebt, muss man helfen, man muss es sich einfach zutrauen!“