Mit Auto aus Hühnerstall zum Sieg bei Ennstal-Classic. Franz Hülmbauer erstand vor fünf Jahren einen Fort Tiga aus einem Stall im Burgenland. Damit gewann er nun bei der Speedshow der Ennstal Classic.

Von Anton Kovacs und Daniela Führer. Erstellt am 06. August 2019 (03:28)
Diesen Formel Ford Tiga Baujahr 1976 erstand Franz Hülmbauer vor fünf Jahren. Nachdem er den Boliden in den letzten fünf Jahren generalüberholt hatte, führte er ihn seiner ursprünglichen Bestimmung zu und trat am 26. Juli bei der Speedshow in Niederöblarn im Rahmen der Ennstal-Classic an. Dort ging er tatsächlich als Sieger in der Klasse II hervor.
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Vor fünf Jahren traute der Blindenmarkter Franz Hülmbauer (52) seinen Augen kaum, als er in einem Hühnerstall in Stixneusiedl im Burgenland ein Juwel von einem Fahrzeug fand: einen Formel Ford Tiga Baujahr 1976, eine 1600er- Maschine mit 123 PS. Von dieser Serie wurden insgesamt nur 80 Stück produziert. Vor ihm stand das Fahrzeug mit der Chassis-Nummer 11, also das elfte Fahrzeug dieser Serie.

Wie kam es dazu? „Ich habe gehört, dass es in der Ortschaft Stixneusiedl jemanden gibt, der alte Autos und Traktoren haben soll. Ich bin dann auf gut Glück hingefahren und habe im ersten Gasthaus, das ich fand, gefragt, ob sie so jemanden kennen“, erzählt der Blindenmarkter. Dort wurde ihm gleich weitergeholfen und so fand er wie eingangs beschrieben den alten Rennwagen. Um 1.500 Euro erstand er schließlich den Boliden und investierte daraufhin fünf Jahre in dessen Instandsetzung und Generalsanierung. Heute ist das Fahrzeug rund 35.000 Euro wert.

Franz Hülmbauer (links) traf bei der Ennstal-Classic auf Rennfahrer-Legende Arturo Merzario.
privat

Franz Hülmbauer hatte immer schon eine Leidenschaft für Autos, im Speziellen für Rennwagen. Er ist ein Tüftler und verwurzelt mit dem Motorsport. Als Karosseriespenglermeister bei der Firma Zellhofer in Hart (St. Georgen/Ybbsfelde) hat er immer wieder mit aufwendigen Reparaturen und der Instandhaltung von Rennwagen zu tun.

Mit seinem privaten Projekt, dem generalüberholten Ford Tiga, ging Hülmbauer bei der Speedshow der Ennstal-Classic in Niederöblarn Ende Juli an den Start. Er führte den Rennwagen damit wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zu. Seine Art kam Ende der 1970er- und in den 1980er-Jahren bei Rennen des TIga-Teams unter dem damaligen Teamchef Howdon Ganley in den USA und in England zum Einsatz.

Sieger in der Klasse II

Bei der Speedshow der Ennstal-Classic waren auch nur historisch wertvolle und bedeutende Monoposto-Rennwagen, zweisitzige Rennsportwagen, GT und Rallye-Autos, deren Baudatum vor dem Stichtag 31.12.1985 lag, teilnahmeberechtigt.

Bei diesem Bewerb, einem Gleichmäßigkeitsrennen, gingen insgesamt 18 Boliden an den Start. Die Rennfahrer mussten zwei Runden zu je zehn Minuten absolvieren. Dabei ging es darum, die zweite Runde so gut wie möglich in der gleichen Zeit wie die erste zu fahren. Für jede Abweichung – schneller oder langsamer – gab es Punkte. Am Ende gewann jener Fahrer mit den wenigsten Punkten.

In der Klasse II kürte sich der Blindenmarkter Franz Hülmbauer mit seinem Ford Tiga tatsächlich zum Sieger. „Geholfen hat mir dabei in der Box die Familie Christian Selmann“, bedankte sich der 52-Jährige bei seinen Blindenmarkter Freunden.

Dieser Sieg war aber nicht das einzige Highlight von Hülmbauer bei der Ennstal-Classic. „Im Fahrerlager traf ich Arturo Merzario und konnte mit ihm plaudern. Er war einer der Lebensretter von Niki Lauda, die ihn bei seinem Unfall 1976 aus der Feuerhölle am Nürburgring befreiten“, erzählt er.