Erstellt am 08. Juni 2015, 10:40

von Claudia Stöcklöcker

Tödlicher Stich in Hals. Mit einem Schwert brachte ein 37-Jähriger einen Kontrahenten ums Leben. Wegen absichtlich schwerer Körperverletzung wurde er nun zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

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Zu acht Jahren Gefängnis verurteilte ein Geschworenensenat einen Briten, der in Böhlerwerk einen 39-Jährigen im Streit erstochen hatte.

Die Anklagebehörde warf ihm Mord vor, die Geschworenen entschieden nun am zweiten Prozesstag einstimmig auf absichtlich schwere Körperverletzung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

NÖN.at hatte berichtet:



Mildernd wäre beim Strafrahmen von fünf bis zehn Jahren, so Richterin Doris Wais-Pfeffer, der ordentliche Lebenswandel, erschwerend die Tatsache zweier schwerer Verletzungen.

Wie berichtet hatte sich der 37-Jährige nach der Arbeit am 1. Juli 2014 mit dem Opfer getroffen, Alkohol wurde in einem Lokal konsumiert. Nach Sperrstunde saßen die Männer auf einer Parkbank der Wohnanlage und unterhielten sich laut, sodass eine Bewohnerin sie in ihre Wohnung einlud, damit die Nachbarn nicht gestört würden.

Dort kam es zum Streit, der dann im Hof um vier Uhr morgens für das 39-jährige Opfer tödlich endete. Weil der 39-Jährige aufgefordert worden war, die Wohnung zu verlassen, habe dieser rot gesehen, erzählte der Angeklagte bereits im April im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Das Opfer sei dann mit zwei Schwertern im Hof gestanden, habe herumgefuchtelt.

„Ich wollte ihn entwaffnen“, erklärte er, weshalb er aus der Wohnung in den Hof gelaufen war. Zu einem Gerangel sei es dann gekommen. Beide Klingen landeten am Hals des Opfers, eine öffnete die Schlagader.

Anklägerin: „Es hätte unblutig enden können“

Nun wurden Zeugen befragt. „Die beiden waren keine Saufkumpanen, sie waren lange wirklich gute Freunde. Der Alkohol hat das Opfer aber verändert“, berichtet eine Zeugin. „Er war dann unberechenbar, er hat gedroht wegen nichts“, meint eine ehemalige Nachbarin über den tödlich Verletzten.

„Mein Mandant hat in Notwehr gehandelt. Wir wissen nicht, wie die Messer in den Hals eingedrungen sind“, sagt Verteidiger Josef Gallauner.

Für Staatsanwältin Barbara Kirchner steht fest: „Es hätte unblutig enden können. Man hätte zusperren, die Polizei rufen können. Stattdessen lief der Angeklagte hinaus und stach das Opfer in den Hals.“

Das Opfer, das in jeder Hand ein Schwert hielt, habe an den Handgelenken, wo der Angeklagte ihn gepackt hatte, Druckstellen gehabt. Die Stiche seien sauber gewesen, der Angeklagte habe die Tat angekündigt, zielgerichtet gehandelt, ohne angegriffen zu werden, so die Anklägerin.