Brand in Park: Taschenlampenbatterie entzündete sich durch Hitze

Erstellt am 26. Juli 2022 | 10:02
Lesezeit: 4 Min
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Eine ausgelaufene Batterie entzündete sich von selbst.
Foto: privat
Aufgrund eines Brandes vergangene Woche, der durch eine ausgelaufene Batterie ausgelöst würde, erinnert die FF Amstetten an den richtigen Umgang mit Akkus.
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Ein Passant meldete am Donnerstag der Vorwoche gegen 15 Uhr einen Brand auf einer Grünfläche gegenüber der Park & Ride-Anlage beim Amstettner Bahnhof. Ausgelöst wurde der Brand offenbar von einer defekten Taschenlampe mit ausgelaufener Batterie, die jemand dort liegen ließ. 

Durch die Hitze (31 Grad) dürfte es zur Selbstentzündung der Batterie gekommen sein. Die Feuerwehr Amstetten dämmte die Flammen rasch ein. Sie nimmt den Einsatz zum Anlass, auch wieder einmal an den richtigen Umgang mit Akkus zu erinnern, denn durch die wachsenden Digitalisierung sind immer mehr Lithium-Ionen-Akkus im Einsatz.

Akkus nicht komplett ungefährlich

Übermäßig gefährlich sind Energiespeicher jedoch nicht. In den meisten Fällen können Feuer, die sie verursachen einfach mit Wasser gelöscht werden. Lithium-Ionen-Akkus haben eine hohe Energiedichte, deshalb sind sie ja auch so geeignet für leistungsstarke Geräte wie E-Bikes, Notebooks oder für selbst fahrende Rasenmäher und den Modellbau.

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Foto: privat

Die hohe Energiedichte hat jedoch eine Schattenseite, und das ist die zwar statistisch geringe, aber eben doch vorhandene Brand- und Explosionsgefahr, wenn im Akku die Dinge außer Kontrolle geraten, es zu einem Kurzschluss kommt und sich die viele Energie sozusagen auf einen Schlag entlädt.

„Aufgrund der hohen Energiedichte ist ein gewisses Risiko von Explosionen und Bränden vorhanden“, sagt Amstettens Abschnittsfeuerwehrkommandant Stefan Schaub, der sich auf Brandprävention spezialisiert hat. Auch wenn der Sicherheitsstandard von Markenprodukten in der Regel hoch ist, komplett ungefährlich sind Akkus nicht, auch wenn Brände eher in Ausnahmefällen vorkommen.

„Vorsicht ist besonders geboten, wenn der Akku beschädigt ist oder nach mehreren Monaten Lagerung erstmals wieder geladen wird“, sagt Schaub. Denn Lithium-Ionen-Akkus sind empfindlich gegen Tiefentladungen. Auch Kälte vertragen sie nicht sehr gut. Darum sollten sie zum Beispiel bei Winterwetter nicht in der unbeheizten Garage gelagert werden.

Sicheres Aufladen

In Bedienungsanleitungen wird häufig gefordert, den Ladevorgang zu beaufsichtigen. „Das ist ein zwar verständlicher, aber kaum praktikabler Wunsch“, sagt Schaub. Sicher wird niemand stundenlang vor einem Ladegerät sitzen. Allerdings lässt sich mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen das Risiko verringern:

  • Lithium-Ionen-Akkus in trockenem Zustand bei Raumtemperatur und an brandsicherer Stelle aufladen, z. B. Steinboden. Achten Sie auch auf die wegen der hohen Brandgefahr geltenden besonderen Sicherheitsvorschriften in den Herstellerunterlagen.
  • Lithium-Ionen-Akkus ausschließlich mit den dafür vorgesehenen Ladegeräten laden.
  • Das Ladegerät und insbesondere den zu ladenden Akku sind in einem Sicherheitsabstand von mind. 2 m von brennbarer Materialien zu platzieren. Idealerweise ist der Raum mit einem Rauchmelder ausgestattet.
  • E-Bikes nicht unbeaufsichtigt über Nacht und in Wohnräumen laden.
  • Besonders kritisch ist das Laden von Lithium-Ionen-Akkus nach Tiefenladungen welche diese dauerhaft schädigen können. Wenn Lithium-Ionen-Akkus länger nicht genutzt werden – also etwa beim E-Bike in der Winterpause – den Akku vom Gerät entfernen, einigermaßen kühl lagern und zwar am besten wenn er halbvoll geladen ist.
  • Lithium-Ionen-Akkus bei kalten Temperaturen und Winterwetter nicht in der unbeheizten Garage lagern. Wird der Akku aus einer kalten Garage geholt, lässt man ihn am besten erstmal bei Zimmertemperatur sich wieder aufwärmen.
  • Lithium-Ionen-Akkus nicht in der Nähe von heißen Oberflächen lagern, laden bzw. nutzen und nicht ins Feuer werfen.
  • Wird das E-Bike auf dem Träger des Autos transportiert, den Akku vom Fahrrad entfernen.
  • Heruntergefallene und/oder beschädigte Akkus nicht mehr in Betrieb nehmen, sondern fachgerecht entsorgen. Mechanische Beschädigungen können zum Brand führen.
  • Lithium-Ionen-Akkus nicht zerlegen oder modifizieren.
  • Vor der Entsorgung alter Lithium-Ionen-Akkus die Kontaktflächen oder Akkupole abkleben.

Keine Panikmache

Abschnittskommandant Schaub will keinesfalls Panik machen. Bei sachgemäßem Umgang seien Ionen-Akkus nicht gefährlich und es würden kaum Unfälle passieren. Würde man Gefahr orten, würde man in so einem sensiblen Bereich wie einem Flugzeug keine Handys oder Laptops mitnehmen dürfen.

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