Amstettner Kriminalisten forschten Rauschgiftdealer aus. Ein russisches Brüderpaar wurde nach umfangreichen Ermittlungen von Beamten der Kriminaldienstgruppe Amstetten gefasst. Die Männer haben an etwa 35 Abnehmer in Amstetten mehr als 2.700 Gramm Heroin verkauft, dass sie zuvor in Wien erwarben. Sie machten damit einen Gewinn zwischen 54.000 und 95.000 Euro.

Von Red. Amstetten. Erstellt am 16. September 2020 (11:41)
In den Wohnungen des russischen Brüderpaars wurden Suchtmittel, Bargeld, Suchtmittelutensilien, Verpackungsmaterial, Suchtgiftwaagen, Baggies und auch drei Softguns sichergestellt.
LPD NÖ/PI Amstetten

Seit Mai 2020 führten Bedienstete der Kriminaldienstgruppe der Polizeiinspektion Amstetten umfangreiche Erhebungen gegen ein in Amstetten wohnhaftes Brüderpaar russischer Staatsangehörigkeit, 25 und 27 Jahre alt. Die Männer standen im Verdacht, immer wieder große Mengen von Heroin im Stadtgebiet von Wien angekauft, nach Amstetten gebracht und dort im Stadtgebiet gewinnbringend weiter verkauft zu haben. Auf diese Weise sollen sie sich die eigene Sucht und ihren Lebensunterhalt finanziert haben. 

Ihre Suchtgiftgeschäfte haben die Brüder per Mobiltelefon abgewickelt. Die Übergabe  erfolgte meist auf einem Parkplatz in unmittelbarer Nähe der Wohnungen, teilweise wurde das Heroin auch direkt vom Balkon einer Wohnung an die Abnehmer verkauft.  

Am 8. Juli fuhr der 25-jährige Beschuldigte mit einem 22-jährigen nordmazedonischen Staatsbürger aus Amstetten sowie einer 29-jährigen Österreicherin, ebenfalls aus Amstetten, mit einem Pkw wiederum nach Wien, um dort Heroin zu kaufen. 

Beamte des Bezirkspolizeikommandos Amstetten und des Stadtpolizeikommandos St. Pölten waren ihnen aber schon auf der Spur und verhafteten das Trio in Wien Penzing.  Bei den drei Personen wurden insgesamt 100 Gramm Heroin vorgefunden und sichergestellt.

In den Nachtstunden des 8. Juli  wurde dann auch der 27-jährige Russe in seiner Wohnung in Amstetten verhaftet. Bei der von der Staatsanwaltschaft angeordneten Durchsuchung der Wohnungen des Brüderpaars in Amstetten wurden weitere Suchtmittel, Bargeld, Suchtmittelutensilien, Verpackungsmaterial, Suchtgiftwaagen, Baggies usw. sowie drei Softguns sichergestellt.  

Beschuldigte geständig

Nach Abschluss der vorläufigen Erhebungen und Vernehmungen wurde das Brüderpaar über Auftrag der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert. Die Beschuldigten zeigten sich geständig. Gegen sie wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen.

Die Festnahmen des 22-jährigen Nordmazedoniers sowie der 29-jährigen Österreicherin wurden über Aufforderung der Staatsanwaltschaft St. Pölten aufgehoben. Sie wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen nach der Verhaftung des Brüderpaars wurden 35 Abnehmer aus dem Bezirken Amstetten, Melk und Scheibbs ausgeforscht und bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt. Zehn Personen konnte nachgewiesen werden, dass sie auch aktiv an Beschaffungsfahrten nach Wien beteiligt waren.

Gewinn zwischen 54.000 und 95.000 Euro

Nach derzeitigem Ermittlungsstand kaufte das Brüderpaar im Stadtgebiet von Wien seit etwa Jänner 2019 zumindest 3.315,5 Gramm Heroin an und verkaufte zumindest 2.715,5 Gramm Heroin an diverse Abnehmer im Stadtgebiet von Amstetten gewinnbringend weiter. Die beiden Männer machten somit einen Gewinn zwischen 54.000 und 95.000 Euro.  

In einer Wohnung in Amstetten, wo das Brüderpaar mit Hauptwohnsitz gemeldet war, sich dort aber nie aufhielt, wurde außerdem ein Aufzuchtzelt mit 120 Stück abgeernteten Cannabispflanzen gefunden.