Ferschnitz: Ab Juni fließt Wasser. Arbeiten zur Erschließung der Quelle in Doislau laufen auf Hochtouren. In Ferschnitz will man vor dem Sommer Hahn aufdrehen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 30. März 2017 (05:41)
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Bürgermeister Michael Hülmbauer (l.) und und Vizebürgermeister Josef Dorninger besichtigten in der Vorwoche die Arbeiten an der neuen Wasserleitung Richtung Oberumberg.
NOEN, Knapp

Bis Anfang Juni will die Gemeinde ihre Haushalte wieder mit eigenem Wasser beliefern. Derzeit ist sie bei der Versorgung ja auf die Nachbargemeinde Euratsfeld angewiesen. Mitte des Vorjahres musste der Brunnen am Marktplatz vom Netz genommen werden, weil das Wasser nach einem Starkregen Kolibakterien aufwiese. Inzwischen ist die Qualität zwar wieder gut, die Quelle ans Netz zu hängen, ist aber unmöglich.

„Wir wissen ja nach wie vor nicht, wie es zur Verunreinigung kam. Es könnte also wieder geschehen“, sagt Bürgermeister Michael Hülmbauer. Die Gemeinde hat zwar auch noch einen Brunnen in Umberg, der liefert aber nur 40 bis 60 Kubikmeter im Tag und der Verbrauch liegt in Ferschnitz bei 220 Kubikmeter.

Aber ein Ende der Misere ist in Sicht. Ferschnitz ist ja gemeinsam mit der Gemeinde St. Georgen dabei, in der Doislau neue Quellen anzuzapfen. „Dort gibt es einen unterirdischen Ybbsbegleitstrom mit großen Wasserreserven. Wir zapfen unterschiedliche Ströme an, bauen aber ein gemeinsames Pumpenhaus, wo es alles in zweifacher Ausführung geben wird“, berichtet Hülmbauer.

Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Die Gemeinde hat bereits eine vier Kilometer lange Transportleitung von der Doislau nach Oberumberg gebaut, wo das Wasser der neuen Quelle ins Leitungsnetz eingespeist werden soll. Die Leitung der Gemeinde St. Georgen am Ybbsfelde verläuft sogar unter der Ybbs (die NÖN berichtete vom Durchstoß in der Vorwoche).

Jeweils rund 800.000 Euro blättern die beiden Gemeinden für das Projekt hin. Rund um den neuen Brunnen wird es ein etwas 2,5 Hektar großes Quellschutzgebiet geben. Die Gründe haben die beiden Kommunen erworben.

Ist die neue Quelle am Netz, dann will man sich in Ferschnitz den Marktbrunnen genauer ansehen und versuchen den Grund für die Wasserverunreinigung zu finden.