Chaos zu den Stoßzeiten im Amstettner Schulviertel. Bauamt legt drei Varianten zur Entschärfung des Verkehrsdilemmas im Schulviertel vor. Parteien beraten darüber, die FPÖ fordert scharfe Kontrollen des Parkverbots.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 25. Oktober 2016 (05:01)
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Allmorgendlich ist das Verkehrsaufkommen bei der Kreuzung Stefan-Fadinger-Straße und Pestalozzi-Straße sehr groß. Die Stadt überlegt nun eine Einbahnlösung, um die Sicherheit in diesem Bereich zu erhöhen.
NOEN, Kovacs

Das Chaos vor der Zentralschule, ausgelöst meist dadurch, dass viele Eltern ihre Kinder zur Schule bringen oder abholen und trotz Verbot vor dem Haus stehen bleiben, beschäftigte in der Vorwoche den Verkehrsausschuss. Schon im Vorfeld war ja über eine mögliche Einbahnregelung im Bereich der Schule diskutiert worden und das Bauamt legte der Politik dafür nun drei mögliche Varianten vor (siehe unten).

Einbahn bedeutet auch Verkehrsberuhigung

Ausschussvorsitzende, FPÖ-Stadträtin Brigitte Kashofer kann einer Einbahnlösung allerdings gar nichts abgewinnen. „Da wären zuerst einmal die Kosten von etwa 50.000 Euro für eine totale Umgestaltung der Fahrbahn mit getrenntem Radfahrstreifen in der jeweiligen Gegenrichtung. Außerdem würden bei jeder Variante Parkplätze verloren gehen und sie hätten ein vermehrtes Verkehrsaufkommen mit entsprechender Umweltverschmutzung zur Folge“, fasst sie ihre Einwände zusammen.

Das Verkehrschaos werde, so Kashofer weiter, durch rechtswidrig parkende Fahrzeuge beim Gymnasium hervorgerufen. „Die einzig richtige Maßnahme besteht daher in rigoroser Kontrolle des Halteverbots durch die Stadtpolizei am Morgen und zu Mittag.“

Für SPÖ-Verkehrssprecher Bernhard Wagner spricht im Gegensatz zu Kashofer einiges für eine Einbahnlösung. „Natürlich werden die Wege länger, andererseits kommt es aber sicher zu einer Verkehrsberuhigung, wenn es nur in eine Richtung geht, weil Fahrzeuge, die anhalten, dann nicht mehr kreuz und quer stehen. Wichtig ist ja vor allem, die Sicherheit der Schulkinder zu erhöhen, wozu auch ein von der Fahrbahn abgetrennter Radweg beitragen würde.“ Man werde dies nun zuerst parteiintern diskutieren und dann erneut im Ausschuss beraten, sagt Wagner.

„Haben dort mehrere gleichwertige Hotspots“

VP-Gemeinderat Markus Brandstetter will die Varianten ebenfalls genau auf Vor- und Nachteile ausloten: „Wir müssen berücksichtigen, dass wir in diesem Bereich mit den Schulen, dem Seniorenheim und der Krankenkasse mehrere gleichwertige Hotspots haben. Die Probleme bei der Zentralschule gibt es meist nur in einem kurzen Zeitraum. Eine Lösung dafür darf keine Verschlechterung für alle anderen bringen.“ Brandstetter nimmt auch ältere Schüler in die Pflicht, die mit dem Auto zur Schule kommen. „Wenn sie ihre Pkw bei der Eishalle parken würden, wäre das schon eine Entlastung. Der kurze Fußweg ist sicher zumutbar.“

Für die Grünen macht es Sinn, eine Ringlösung anzudenken. „Wir brauchen eine ausgewogene Lösung. Dass ein eigener Radstreifen kommen soll, begrüßen wir“, sagt Gemeinderat Dominic Hörlezeder.

Die Varianten

  • Der Straßenzug Stefan-Fadinger Straße-Anzengruberstraße (Beginn Pestalozzistraße und Ende bei Transjob in der Anzengruberstraße) wird gegen den Uhrzeigersinn als Einbahn geführt. Ein eineinhalb Meter breiter Radweg soll im Innenbereich der Einbahn (in der Fadingstraße also auf Seite der Zentralschule) gegen die Einbahn geführt werden. Von 72 derzeitigen Parkplätzen blieben 56 übrig.
  • Die Einbahn wird im Uhrzeigersinn geführt ( ab Höhe Transjob in der Anzengruberstraße). Der Radweg würde dann an der Außenseite der Fahrbahnen (in der Fadingerstraße also gegenüber der Zentralschule) verlaufen. 65 Parkplätze würden bleiben.
  • Die Anzengruberstraße wird ab Höhe Transjob als Einbahn Richtung Osten geführt und die Stefan-Fadinger-Straße beginnend bei der Pestalozzistraße. Die Ausfahrt wäre dann nur (ebenfalls als Einbahnregelung) über die Verbindungsstraße zur Stadionstraße (Bellaflora) möglich.

Umfrage beendet

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