Streit um 1,80 Euro in Amstetten: Teilbedingte Haft für 21-Jährigen

Erstellt am 16. Februar 2022 | 03:47
Lesezeit: 3 Min
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Foto: APA (Symbolbild)
Betrunkener 21-Jähriger wollte Geld für Bier von Bekannten. Nach Rangelei flogen in Tankstelle Fäuste und ein Badeschlapfen.
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Weil er sich bei einer Tankstelle in Amstetten am 25. Juni 2021 schon nachmittags stark betrank und dann um sich schlug, musste sich ein 21-jähriger Lehrling aus Mauer letzten Dienstag vor dem Richter verantworten.

„Ich ging nach der Bewährungshilfe zur Tankstelle, um Bier zu holen. Dort traf ich einen alten Bekannten, der mir aber kein Geld geben wollte und es kam zum Streit“, schilderte der mehrmals vorbestrafte Lehrling.

Der weitere Verlauf der Auseinandersetzung ist auf dem Überwachungsvideo der Tankstelle dokumentiert. Der 21-Jährige schlug auf seinen 19-jährigen Bekannten ein. Dieser wehrte sich wiederum mit Schlägen gegen den Oberkörper und lief vor die Tankstelle.

Im Video der Außenkamera war zu sehen, wie die jungen Männer immer wieder miteinander rangelten sowie sich gegenseitig Tritte und Schläge versetzen wollten. Auch ein Badeschlapfen wurde geschleudert. Erst als andere hinzukamen und versuchten, die Kontrahenten zu beruhigen, konnte der Streit einigermaßen geschlichtet werden.

Einer der Helfer zog sich allerdings dabei eine gebrochene Nase zu, da ihm der Betrunkene einen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben soll, bevor er mit ihm zu Boden ging.

Da der 19-Jährige nicht nur versuchte, sich zu verteidigen, sondern ebenfalls kräftig zu-schlug, musste dieser ebenfalls vor den Richter treten. Seine Verteidigerin betonte dabei, dass er sich bisher nichts zu- schulden kommen lassen hätte und ein „braver Bua“ wäre. Der Richter ließ ihn mit einer Diversion und 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit davonkommen.

Für seinen Kontrahenten, der den Streit in der Tankstelle begonnen hatte, setzte es hingegen eine teilbedingte Haftstrafe von drei Jahren, wovon der Richter zwei zur Bewährung aussetzte.

„Sie machen mir das Urteil nicht gerade leicht. Laut Bewährungshelferin machen Sie gute Fortschritte, aber Sie sind bereits mehrmals vorbestraft und jetzt wieder vor Gericht. Bewährung kann es da nicht mehr geben“, sagte der Richter.

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